Einser-Abiturientinnen Marit Göbel und Rika Schulze sprechen über Zeit an Uplandschule

WLZ, 01.07.2026: Willingen – „Ich hatte mir keinen Schnitt als Ziel gesetzt, sondern habe einfach geguckt, was herauskommt“, erklärt Marit Göbel aus Willingen, die vorletzte Woche ihr Abiturzeugnis an der Willinger Uplandschule entgegengenommen hat. Das Resultat war ein Notendurchschnitt von 1,2, der zweitbeste der Klasse. Bei 26 Absolventen gab es achtmal die Eins vor dem Komma. Sie und Klassenkameradin Rika Schulze aus Usseln mit einem Schnitt von 1,5 blicken im Gespräch mit unserer Zeitung zurück.
„Ich bin durchweg sehr gerne zur Schule gegangen“, sagt Rika Schulze Ab der zwölften Klasse habe sie sich dann aber Druck gemacht. Was geholfen habe: „Unsere Klassengemeinschaft war toll. Wir kennen uns teilweise seit dem Kindergarten, wissen, wo die Stärken liegen und was man sich gegenseitig erklärt.“ Auch Grund- und Leistungskurse tauschten sich gut aus.
Marit Göbel stimmt ihr da zu: „Eigentlich war es immer schön. Zwischendurch hatte man mal Streit, aber an sich haben alle an einem Strang gezogen und zusammengehalten.“ Die Oberstufe sei so das „Highlight“ der Schulzeit geworden: „Da sind wir noch mal ganz anders zusammengewachsen, gerade bei der Studienfahrt nach Neapel.“
Marit Göbel hatte Biologie und Englisch als Leistungskurse: „Da hatte ich immer viel Spaß dran.“ Sie hebt auch hervor, dass der Unterricht in einem Leistungskurs mit sechs Teilnehmern sich besonders gestaltet und die kleine Schule ihre Vorzüge hat: „Da geht man nicht so schnell unter.“ Neben den Leistungskursen habe ihr besonders Sport Freude bereitet.
Der war auch Rika Schulzes liebstes Fach, ihr zweiter LK neben Mathematik. Diese habe auch besondere Vorzüge: „Es ist so klar, es gibt richtig und falsch.“ Kunst und Biologie gefielen ihr auch besonders gut.
In der Prüfungsphase habe sich ausgezahlt, in den Jahren davor aufzupassen und gute Notizen zu machen, hält sie fest. Nervös waren sie vor den Prüfungen trotzdem, schildert Marit Göbel: Aber nachdem die jeweils erste schriftliche und mündliche Prüfung absolviert war, wurde es besser.
Rika war Leistungssportlerin, erst im Langlauf, dann im Biathlon. Das gab sie mit Beginn der zwölften Klasse auf, sie wollte sich voll auf ein gutes Abitur konzentrieren. Ausgleich fand sie in der Musik: Sie spielt Geige und Klavier und trat dem Symphonieorchester der Edertalschule bei.
Der Sport habe ihr aber viel gegeben: „Durch Leistungssport lernt man Disziplin und sich zu strukturieren, damit man keine Hausaufgaben vergisst.“ Zu danken sei da aber auch Klassenkameraden und Lehrern, die den Rückhalt lieferten, jahrelang Sport und Schule zu kombinieren.
Auch Marit ist sportlich interessiert, wenn auch „nur“ als Hobby: Sie betreibt Leichtathletik beim TV Jahn und unterstützt auch die Trainer bei den Jüngeren. Zudem mag sie Pferde und reitet regelmäßig.
Rika Schulze denkt schon länger an ein medizinisches Studium. Zuletzt interessierte sie sich besonders für Zahnmedizin: Der 1,5er Schnitt reicht nicht ganz, ein FSJ im Krankenhaus soll ihre Chancen verbessern.
Marit Göbel weiß noch nicht, wo es hingeht: „Ich wollte mich erst einmal voll auf das Abi konzentrieren.“ Ein Studium soll es werden, etwas Soziales oder Lehramt. Was sie schon weiß: „Ich werde mich an die besonderen Ereignisse der Schulzeit erinnern, die Ausflüge, und dass wir alle zusammen waren und uns jeden Tag gesehen haben.“
WILHELM FIGGE