Uplandschule verabschiedet Haupt- und Realschüler – Spitzenwert bei qualifizierenden Abschlüssen

WLZ, 23.06.2026: Willingen –„Wir haben nicht nur Mathe und Deutsch gelernt, sondern auch Verantwortung zu übernehmen, zusammenzuhalten und unseren eigenen Weg zu gehen“, hielt Elisa Dittert als Abschlussrednerin der Willinger Hauptschulklasse fest. Mit ihren Zeugnissen treten 11 Haupt- und 24 Realschüler ihren weiteren Weg an. Ihr Mitredner Finn Knauerhase richtete sich an die vielen Gäste in der Rattlarer Gemeindehalle: „Wir danken unseren Eltern und Familien, die immer hinter uns standen und uns motiviert haben.“
Der Anfang der Schulzeit war den Sprechern der Realschulklasse noch präsent: „Wir fühlten uns wie die Größten, als wir endlich unseren Namen schreiben konnten“, blickte Clara Justke zurück. Der Wechsel auf die weiterführende Schule war dann weniger schön, er fiel mitten in Lockdown und Homeschooling, führte Clara Kelm fort – aber später erfuhren sie, wie ihre Mitschüler persönlich und ohne Maske aussehen. „Das Wichtigste, was wir gelernt haben, ist Menschenkenntnis“, hielt sie fest und meinte nicht nur den Umgang mit anderen: Sie hätten sich selbst kennengelernt.
„So einen Abschluss hatten wir tatsächlich noch nie“, hob Rektorin Olivia Keindl hervor: 21 der 24 Realschüler erreichten einen qualifizierenden Abschluss. Fünf wechseln auf den Gymnasialzweig in Willingen, zwei aufs Berufliche Gymnasium in Korbach, fünf auf die Fachoberschule. Elf treten eine Ausbildung an, einer ein Freiwilliges Soziales Jahr. Von 13 Hauptschülern erreichten acht einen qualifizierenden Abschluss. Sechs treten eine Ausbildung an, drei setzen ihren Schulweg am Willinger Realschulzweig fort, vier besuchen die Berufsfachschule zum Übergang in Ausbildung in Korbach.
Die Klassenbesten erhielten Preise vom Förderverein: An der Hauptschule waren das Jace Ziller mit einem Schnitt von 2,1 und Elisa Dittert mit 2,2; an der Realschule Jonte Schönstedt mit 1,7 und Finnja Stracke mit 1,8.
Viele gute Wünsche und letzte Tipps bekamen die Absolventen mit auf den Weg. „Think outside the box“, riet Schulleiterin Barbara Pavlu: Die „Box“ sei keine echte Kiste, sondern die zu erfüllenden Erwartungen, Regeln und Gewohnheiten und das Bestreben, ja keine Fehler zu machen. Jetzt gelte: „Trau dich, Dinge anzupacken, die sich erst mal ungewohnt anfühlen.“
Ob sie den schulischen Weg fortsetzen oder eine Ausbildung antreten: „Beides sind gute Wege, um eure Zukunft weiter zu gestalten“, hieß es im Grußwort von Bürgermeister Thomas Trachte, das Hauptschul-Klassenlehrer Joachim Schultz verlas: „Geht den Weg, von dem ihr glaubt, dass er euch glücklich macht und euch erfüllt.“
Elternbeiratsvorsitzender Christoph Friedrichs freute sich mit den anderen Eltern: „Wir haben gemeinsam mitgefiebert, Hausaufgaben-Dramen überstanden und den Spagat zwischen ,Lass mich in Ruhe‘ und ‚Ich brauche Hilfe‘ gemeistert.“ Er dankte den Lehrern und wünschte den Absolventen: „Glaubt an euch“, „Macht Fehler“ und „Behaltet euren Humor“. Pfarrerin Bettina Diener überbrachte für die Kirchengemeinden musikalische Grüße und wünscht „einen Kreis von Menschen und den Mut, auch Widerspruch zu wagen“. Auch der Grundschulchor Uplandspatzen stimmte in Rückblicke und Zukunftswünsche ein. „Denkt dran, dass Erfolg nicht bedeutet, nicht zu scheitern, sondern nach Rückschlägen weiterzumachen“, hielt Klara Schlenger für die Schülervertretung fest.
„Schreib deine Geschichte“, forderte R10-Klassenlehrerin Sabrina Tusch. Joachim Schultz erklärte, was dabei wichtig sei: „Dass niemand anderes es für dich tun kann – nicht wir, nicht eure Eltern, nicht das Zeugnis in eurer Hand.“ Gemeinsam blickten sie auf ungewöhnliche Freundschaften, gemeisterte Herausforderungen und vielfältiges Engagement zurück. Sie seien gespannt: „Ihr habt gezeigt, dass ihr das Zeug habt, Geschichten zu schreiben, die sich lohnen.“
WILHELM FIGGE
