„Abi al dente“ bei Zeugnisvergabe an der Uplandschule gefeiert

Bei 26 Absolventen gab es achtmal die eins vor dem Komma. Max Bäcker, Paul Bäcker, Amelie Behle (1,6), Fabienne Behle, Pia Behle, Mika Breska, Tim Cullotta, Carla-Theres Curtze, Björn-Ole Frank (1,8), Marit Göbel (1,2), Kathrin Henkler (1,8), Ahmad Omar Kayali (1,9), Nina Linden, Maja Manereck, Oscar Müller, Sven Pollack, Orelda Rexhepaj (1,6), Amy Scharnhorst, Adolf Scheibling (1,0), Taja Schönberg, Anna-Maria Schulze, Lena Schulze, Rika Schulze (1,5), Janik Spandehra, Samira Wiele und Max Wilke. Der Mathematik-Preis für die beste Prüfung ging an Ahmad Omar Kayali, der Physik-Preis an Adolf Scheibling. Rika Schulze erhielt den Rotary-Preis für langjährigen Leistungssport in Langlauf und Biathlon sowie ihr Engagement in der Kirchengemeinde.
WLZ, 20.06.2026: Willingen – Gemeinsam haben sie Referate gehalten und Klausuren überlebt, haben Tage verbracht, an denen sie gemeinsam viel Spaß hatten, und solche, an denen sie sich nervten, blickte Carla Curtze auf die Zeit mit ihren Klassenkameraden an der Uplandschule zurück. Am wichtigsten: „Wir sind den Weg zum Abitur gemeinsam gegangen.“ Alle 26 von ihnen haben am Freitag ihre Abizeugnisse in Empfang genommen.
Sie blickte dabei in hunderte Gesichter. Sie dankte den Lehrern, die sie förderten, unterstützten und den Weg mit ihnen gingen, sowie Eltern und Familien: „Ihr habt uns zugehört, wenn wir gestresst waren, uns aufgemuntert, wenn etwas nicht so gut gelaufen war, und uns daran erinnert, dass eine schlechte Note nicht das Ende der Welt ist.“ Und sie dankte ihrem Jahrgang für die gegenseitige Unterstützung. Auch wenn nicht jeder wisse, was nun anstehe: „Wir wissen genau, dass wir bereit sind, neue Wege zu gehen – mit dem Wissen, den Erfahrungen und den Menschen, die uns geprägt haben.“
Sie gaben sich das Motto „Abi Napoli – 13 Jahre al dente“. Das griff Schulleiterin Barbara Pavlu auf: Sie interpretierte es als „genau richtig und mit Biss“ sowie „nicht abgeschlossen“. Als Mathematikerin stellte sie fest, dass das Abitur kein Höhepunkt sei, es gehe weiter bergauf. Mit Variablen könnten die Absolventen umgehen: Sie erlebten den Umstieg von G8 zu G9, die Corona-Pandemie, den Wechsel von Lehrern und Prüfern und die Studienfahrt nach Italien – einem „wunderbaren Ort, um zu erleben, dass nicht immer alles perfekt sein muss, damit es gut ist“. Das gelte auch für ihre Zukunft und den Umgang mit unsicheren Informationsquellen, die es nicht erst im KI-Zeitalter gebe: „Zum Beurteilen braucht es Mut und Fähigkeiten.“
Bürgermeister Thomas Trachte ließ Grußworte zum Abschuss ausrichten: „Das ist eine besondere Leistung, die Sie mit Disziplin, Durchhaltevermögen, Ehrgeiz und Fleiß erringen konnten.“ Er wünschte: „Gehen Sie den Weg, von dem Sie glauben, dass er Sie glücklich macht, und bleiben Sie zuversichtlich.“
Auch Anke Keudel griff für Elternvertretung und Förderverein das „al dente“-Thema auf: „Nicht zu weich, nicht zu hart“ seien die Absolventen. Und sie hätten oft erlebt, wie es bei Klausuren und Abgabeterminen brodelt, zuweilen auch überkocht. Sie verwies auch auf den „Welt-Bummeltag“, der mit der Zeugnisvergabe zusammenfiel: „Ja, es ist wichtig, auch mal langsam zu machen. Aber bitte verwechselt das nicht mit Stillstand.“ Sie riet: „Traut euch, falsch abzubiegen. Manchmal sind das die spannendsten Wege.“
Klara Schlenger schloss sich für die Schülervertretung dem Dank an Lehrer und Eltern an. Die Absolventen wüssten noch nicht, wo sie in fünf oder zehn Jahren stehen, klar sei aber: „Ihr habt gezeigt, dass ihr Herausforderungen meistern könnt.“
Zusammenhalt und Gemeinschaft zeichneten die Klasse aus, befand Jahrgangsstufenleiterin Christiane Schulenberg. Zudem sei sie sehr diskussionsfreudig gewesen: „Ihr hattet Meinungen – viele Meinungen – und Demokratie war euch wichtig.“ Sie brachte auch das Maskottchen mit: Klassenfaultier Axel sei immer dabei gewesen, still, gelassen und beobachtend – ein gutes Zeichen, wenn der Klassenchat zu Staatskrise eskalierte. Sein Motto „Keine Panik, das wird schon“ solle an etwas erinnern: „Schließlich hat selbst ein Faultier die Evolution nicht mit Sprint, sondern in ganz eigener Manier gemeistert.“
Musikalisch bot die Schulgemeinde den Absolventen einen schönen Abschluss: Der Grundschulchor „Uplandspatzen“ unter Rektor Jörg Fuchs blickte eingangs musikalisch auf den Beginn der Schulzeit zurück, besang mit „Wo Menschen sich vergessen“ die Kraft der Veränderung und wünschte „Und so geh nun deinen Weg, ohne Angst und voll Vertrauen“. Barbara Pavlu spielte am Klavier „Con te partirò“, bekannt auch als „Time to Say Goodbye“ – auch wenn sie die deutsche Übersetzung „Mit dir werde ich weiter gehen“ für passender befand. Und ein Lehrerchor umrahmte Christiane Schulenbergs Worte mit „Heute beginnt der Rest deines Lebens“ und „Ihr von morgen“ von Udo Jürgens. Auch dies ist ein Wunsch für die Zukunft: „Den Staub von unsern Füßen wird der Wind der Zeit verwehn. Ihr von Morgen werdet neue Wege geh‘n!“
WILHELM FIGGE

