Seit November fieberten 14 Schülerinnen und Schüler der 8. und 9. Klasse auf diesen einen Tag hin: Mittwoch, 12.3., die Ankunft ihrer französischen Austauschschüler/innen aus unserer Partnerschule in Vendôme. Im Vorfeld wurden schon Briefe zum Kennenlernen geschrieben, aber natürlich auch sämtli-che social Media genutzt, um Kontakt aufzunehmen und Hinweise auf Charakter, Vorlieben und das Privatleben des / der „corres“ (Austauschpartner/in) zu finden.
Nun war es endlich soweit: Mit kleinen Schildern und Fahnen konnten dann die 14 französischen Schü-ler/innen und ihre Lehrer/innen voller Vorfreude, Aufregung und ein bisschen Angst empfangen werden. Schnell waren die Koffer geholt und die „Paare“ gefunden, sodass man sich beim ersten Smalltalk mit ein paar Snacks in Kleingruppen beschnuppern konnte. Man merkte schnell, dass man sich für seine Feh-ler in der Fremdsprache nicht schämen brauchte, da die anderen ebenfalls fehlerhaft sprachen.
In den folgenden 6 Tagen lernten die Franzosen nicht nur schulische Unterschiede kennen (1. Unser Schulgelände ist im Gegensatz zu allen französischen Schulen nicht eingezäunt, sondern frei zugänglich. 2. Wir haben keine „surveillants“ (Aufsichtspersonen), die die Aufsichten in den Pausen und in den Frei-stunden übernehmen! 3. Wir haben kaum Schließfächer – aber unsere Schüler/innen haben auch nicht 4x pro Woche Nachmittagsunterricht bis 16/17h! 4. Unsere Schüler/innen haben im Unterricht mehr Freiheiten: sie arbeiten viel selbstständiger, kooperativer und aktiver als in Frankreich, dafür aber auch lauter!), sondern begleiteten nachmittags und am Wochenende ihre deutschen Austauschschüler/innen zu ihren Hobbys, Wettkämpfen, Familienausflügen oder auch Gemeinschaftsaktionen wie 3D-Minigolf, Bowling, Lasertag, Schwimmen, Pizzaessen und Waffelbacken – sowie zu Spieleabenden, die dann im Partykeller endeten.
Bei unserem gemeinsamen schulischen Programm konnte man sich auf der Busfahrt nach Paderborn und beim dortigen Teambuilding näher kennenlernen, aber auch nach der Führung im weltgrößten Computermuseum – dem HeinzNixdorf Museum – gemeinsam programmieren, Roboter bestaunen oder einfach zusammen zocken.
Zwei Highlights hatten wir jedoch direkt vor der Haustür: die größte Skisprungschanze und die längste Hängebrücke Deutschlands / der Welt (wenn man nach bestimmten Kategorien vorgeht). Wir danken ganz herzlich dem Skiclub und Herrn Stefan Kesper für die kostenlose, sehr informative und interessante Führung durch das Gebäude der Mühlenkopfschanze und hoch in den Adlerhorst mit einem traumhaften Ausblick, der unsere Gäste aus dem Flachland sehr beeindruckt hat. Mit ein bisschen mehr Mut ging es dann sogar auf den Skywalk- ein Erlebnis, von dem sicherlich jeder Franzose zu Hause direkt den nichts-ahnenden Eltern berichtet hat. Wir danken auch hier dem Skywalk-Vorstand für die kostenfreie Ermögli-chung dieser einmaligen Erfahrung, die wir unseren Gästen schenken konnten. Es freut uns sehr, als Schulgemeinde auf die Unterstützung der großen Wahrzeichen Willingens zählen zu können!
Auch die Gemeinde Willingen empfing im Rahmen unserer Actionbound-Stadtralley die Schüler/innen und ihre Gäste herzlich mit einem kleinen Souvenir aus unserer Stadt. Bei all den Aufgaben an den Stati-onen entstanden so lustige Bilder, Audioaufnahmen und Videos, die wir uns zusammen mit vielen priva-ten Schnappschüssen und Aufnahmen an unserem Abschlussabend in großer Runde ansahen. Am groß-zügigen Grill-, Salat-, Snacks- und Kuchenbuffet, vorbereitet von Eltern und einem engagierten Eltern-beirat, unterhielten sich nicht nur die Schüler/innen, sondern auch die Eltern tauschten ihre Erfahrungen aus. Wir hätten noch lange weiterfeiern, tanzen und Videos & Bilder der vergangenen Tage schauen können, aber die Franzosen brauchten noch ein bisschen Schlaf, bevor es am nächsten Morgen – z.T. unter Tränen – wieder heim ging.
Wir sind uns sicher, dass alle eine sehr intensive, unvergessliche Zeit mit vielen tollen und lehrreichen Momenten hatten und gelernt haben, dass man auch mit nur wenigen Brocken Französisch und Deutsch (aber mit sehr viel Englisch ☹ sowie mit Händen & Füßen 😉 und der unverzichtbaren KI) einen an-derssprachigen Gast mit anderen kulturellen und familiären Gewohnheiten aufnehmen und unserer Kul-tur näherbringen kann. In der Hoffnung, dass wir damit auch einen Beitrag zur europäischen Gemein-schaft leisten können, verbleibt auch die Französischfachschaft (Fr. Kesper, Fr. Wagner, Fr. Rudolph) voller Vorfreude auf unseren Rückbesuch im Mai (13.-21.5.2025).

Vive l’amitié franco-allemande! – Es lebe die deutsch-französische Freundschaft!

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