Sport-Geschichte erforscht

Schüler beteiligen sich an Wettbewerb des Bundespräsidenten


Geschichte spielerisch erleben: Mit „Zieh, Willi, zieh!“ beteiligen sich fünf Uplandschülerinnen am Geschichtswettbewerb. Foto: uplandschule/pr

WLZ, 27.02.2021: VON WILHELM FIGGE
Willingen – „Bewegte Zeiten. Sport macht Gesellschaft“: Das Thema des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten passte für die Uplandschule als „Eliteschule des Sports“ wie die Faust aufs Auge, sagt Alexander Flake. Im von ihm betreuten geschichtlichen Wahlplichtunterricht der neunten Jahrgangsstufe des Gymnasialzweigs nehmen die Schüler am Wettbewerb teil. 20 Schüler arbeiteten in Gruppen an verschiedenen Themen: etwa der Emanzipation der Frau im Wintersport – Stichwort Petra Behle und die „Flintenweiber“. Auch die Geschichte des Weltcups und die Entwicklung der größten Großschanze der Welt, die Biografien von Skispringern zur Zeit der Wende, die Entwicklung des Ski-Clubs Willingen und Sportunterricht der Vergangenheit waren Themen, bei denen Schüler wissenschaftliches Arbeiten erprobten, die Lokalgeschichte kennenlernten und ihre Bedeutung für die Gegenwart herausarbeiteten, so Flake. Emily Hauth, Ann-Kathrin Küthe, Kristin Behle, Lilly Engelmann und Celine Behle suchten sich als Thema die Zusammenhänge von Sport und Tourismus in Willingen aus. „Wir kriegen das ja selbst mit, unsere Eltern sind da auch tätig“, erklärt Lilly Engelmann. Parallel schauten sie sich an, wie Kriege sich auf die Entwicklung des Sports auswirkten, erläutert Celine Behle – doch die breitere Quellenlage bot sich im Zusammenhang mit dem Tourismus: An Befragungen ihrer Großeltern schloss sich der Kontakt zu Hans Herbert Kesper an, einen der Vorsitzenden des Willinger Heimat-, Kultur- und Geschichtsvereins. So fanden sich weitere Gesprächspartner, Bücher und Sammelbände alter Zeitungsartikel. Eine Herausforderung dabei war die Pandemie: Das Korbacher Stadtarchiv hat geschlossen, gerade bei älteren Interview-Partnern mussten Telefonate Treffen ersetzen, erklärt Kristin Behle. Ihre Erkenntnisse haben sie teils überrascht: „Ich hatte nicht erwartet, dass Willingen so ein kleines Dorf war und nichts hatte“, berichte Celine Behle. Aber über sportliche Wettkämpfe kamen Besucher, die dann wiederum ihren Bekannten erzählten, in was für einem schönen Ort sie waren – die Entwicklung nahm ihren Lauf. Blieb noch die Frage, wie sie ihre Erkenntnisse präsentieren. Die anderen Gruppen an der Uplandschule schrieben sie auf oder stellten sie multimedial zusammen. Die fünf Mädchen hatten wenig Zahlenmaterial, aber viele Ereignisse, die an Orte gebunden waren, erläutert Kristin Behle – also fassten sie sie als Spiel zusammen, das sie über mehrere Online-Portale zusammenstellen. In „Zieh, Willi, zieh!“ besuchen die Spieler verschiedene Willinger Anlaufstellen wie Mühlenkopfschanze, Bahnhof und Sportvereine, auf die sich 60 Multiple-Choice-Fragen verteilen. Je nach Bedeutung der Frage für die Entwicklung von Sport und Tourismus gewinnen sie mehr oder weniger Chips – nach den freiwilligen Helfern beim Weltcup „Willis“ genannt, erklärt Kristin Behle. Dazu gibt es dann noch nähere Erläuterungen. Ein Spiel sei sicher eine außergewöhnliche Form, die Ergebnisse festzuhalten, zeigt sich Alexander Flake interessiert – die Schüler bekamen von ihm als Mentor nur Impulse und arbeiteten sonst selbstständig. Einsendeschluss für den Wettbewerb ist morgen – und darüber hinaus sind die Mädchen interessiert, ihr Spiel zu veröffentlichen.

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