Lernen auf der Burg

In diesen Sommerferien habe ich vom 23. bis zum 27.07.21 an der Hessischen Schülerakademie teilgenommen. Die Schülerakademie fand für die Mittelstufe (Klasse 7‒9) auf der Burg Fürsteneck in Eiterfeld statt.
Ich wurde von meiner Klassenlehrerin, Frau Dr. Pfalzgraf, auf das Angebot aufmerksam gemacht. Um dabei zu sein, musste man sich bewerben. Dabei kommt es ausdrücklich nicht auf Noten an, sondern man benötigt ein Empfehlungsschreiben der Schule und ein persönliches Motivationsschreiben mit Begründung für die Teilnahme und die Kurswahl.
Besonders gefreut habe ich mich, dass gerade in der Zeit der Coronapandemie und nach vielen Monaten Homeschooling die Mittelstufenakademie in Präsenz stattfinden konnte. Dazu wurden die ca. 60 Teilnehmer/innen aus ganz Hessen in zwei Gruppen aufgeteilt und jede Gruppe war nicht 10 Tage, sondern im Wechsel nur 5 Tage auf der Burg.
Ich habe den Hauptkurs Neurowissenschaften und den Nebenkurs Mathematik gewählt. Der Kurs Neurowissenschaften hatte das Thema „Ein Tag im Leben des Gehirns“. Wir haben uns mit Nervenzellen und den Sinnen (Sehen, Hören, Fühlen) sowie mit dem Schlaf und Träumen beschäftigt und die Rolle des Gehirns dabei genauer kennengelernt. Neben der Theorie haben wir viele Experimente und Teamarbeit gemacht. Unsere Ergebnisse haben wir auf Plakate gebracht und den anderen Teilnehmern präsentiert. Unser Kurs hat auch an einer wissenschaftlichen Studie zum Thema „Berührungsverhalten von Jugendlichen“ teilgenommen. Diese Studie betrachtet die durch Corona bedingte Veränderung von körperlicher Nähe bei Kindern und Jugendlichen. Es war total spannend, Teil einer wissenschaftlichen Studie zu sein und die Methoden kennenzulernen, wie die Daten dafür gesammelt werden.
Auch der Mathekurs war super, da wir sehr viel getüftelt haben. Wir haben uns in den Stoff des ersten Semesters einer Uni begeben und uns mit dem Definieren und Beweisen beschäftigt und dabei z. B. mit affinen Ebenen gearbeitet. Es war ganz anders als in der Schule ‒ wir haben alle gemeinsam versucht Lösungen zu finden und viel diskutiert. Wir hatten total viel Spaß dabei!
Meine Kursleiter waren u. a. eine Doktorin sowie zwei Professoren von Universitäten in München und Berlin. Lena, Bene und Max haben sich uns gleich mit ihren Spitznamen vorgestellt und alle waren noch sehr jung. Sie haben sich sehr für jeden von uns interessiert. Es hat richtig viel Spaß gemacht, mit ihnen zu arbeiten, weil alle jederzeit offen für Fragen waren und man gemerkt hat, wie begeistert sie selbst von ihren Themen sind. Das war total ansteckend!
Neben dem fachlichen Stoff gab es auch viele kursübergreifende Angebote, wie Joggen oder Yoga vor dem Frühstück für die Frühaufsteher oder Spiele, Basteln und Tanzen am Abend! Die Dozenten waren immer mit dabei. Max war z. B. nicht nur Mathe-Professor, sondern auch Teilnehmer bei den deutschen Meisterschaften im Tanzen und hat abends ganz motiviert versucht uns das Tanzen beizubringen.
Am Ende der Akademie haben wir uns alle noch Feedback gegeben. Dazu wurden für alle Schüler und Dozenten Umschläge aufgehängt mit Foto und dem Namen darauf und jeder konnte jedem einen Zettel mit einem persönlichen Feedback hineinstecken. Das ist eine tolle und sehr persönliche Erinnerung an eine wunderschöne Zeit und eine tolle Gruppe, in der Freundschaften entstanden sind!
Ich werde mich sicher in der Oberstufe noch einmal für die Hessische Schülerakademie bewerben!

Winona Fien, Klasse G8

Das könnte Dich auch interessieren …