Ausflug in die 50er-Jahre

Alter Willinger Ortsplan für den Heimat- und Geschichtsverein

Übergabe des Willinger Ortsplans: Unser Bild zeigt Schulleiterin Barbara Pavlu, Lehrerin Maria Müller und die Vorsitzende des Willinger Heimat- und Geschichtsvereins, Ortrud Thiel (oben von links nach rechts) und einige Erstklässler vor der alten Volksschule. Foto: Ulrike Schiefner

WILLINGEN. Aus Richtung Brilon schnauft eine Dampflok durchs Hoppecketal. Im Willinger Freibad hinterm Viadukt wagt eine Schwimmerin den Sprung ins kühle Nass. Und auf dem nahen Fußballplatz eifert ein Stürmer den Helden nach, die gerade das Wunder von Bern vollbracht haben… Der Ortsplan, der jahrzehntelang im Flur der alten Volksschule hing, ruft viele Erinnerungen an die 1950er Jahre wach. Er entspricht schon lange nicht mehr den aktuellen Gegebenheiten, ist aber ein interessantes Zeitdokument, das einen gedanklichen Ausflug in die Vergangenheit des Weltcup-Orts erlaubt und die damaligen sportlichen und touristischen Angebote aufzeigt.
Die Grundschulklassen, die bisher noch in der Volksschule untergebracht sind, ziehen in der kommenden Woche in den neu errichteten Gebäudetrakt auf dem Gelände der Uplandschule um. Der in die Jahre gekommene Ortsplan wird für schulische Zwecke nicht mehr gebraucht. Schulleiterin Barbara Pavlu übergab ihn deshalb am Donnerstag in den Besitz des Willinger Heimat- und Geschichtsvereins. Vorsitzende Ortrud Thiel freut sich sehr über das gute Stück, das bereits in der Schule hing, als sie dort 1964 ihren Dienst als Lehrerin antrat.  Der Plan soll zunächst einmal im Geschichtsarchiv, das im Rathaus eingerichtet werden soll, einen Platz finden und später dann eventuell in dem vom Heimat- und Geschichtsverein gewünschten historischen Informationszentrum den Blick in die Vergangenheit lenken – beispielsweise auf den Skipringer, der sich an der Mühlenkopfschanze („Sprungweite bis 100 Meter“) mit weit nach vorn gestreckten Armen ins Tal stürzt; auf den Wanderer mit Knickerbockern und Gitarre, der zur Großen Grube unterwegs ist („genannt Potsdamer Platz“ in Anspielung auf die vielen Wege, die hier aus allen Richtungen zuammentreffen – ähnlich wie die Straßen am Potsdamer Platz in Berlin). Lustig anzusehen ist auch der im Stil der Zeit gekleidete Skifahrer, der auf der „Abfahrt- und Torlaufstrecke“ am Ettelsberg unterwegs ist. (bk)

WLZ vom 23.04.2016

 

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