Schwung liegt in der Luft

In der Bläserklasse der Uplandschule lernen Kinder, zusammen zu musizieren

 

Von Wilhelm Figge

Willingen. Beim ersten Pusten kommt kein Ton raus: Mia aus der dritten Klasse der Uplandschule schaut sich zusammen mit anderen Kindern bei der Bläserklasse um, bei der sie ab dem nächsten Schuljahr mitmachen darf; sie probiert gerade die Klarinette aus. Musikschullehrer Michael Kuhaupt erklärt ihr, dass sie das Mundstück ein wenig anders halten muss – und prompt schafft Mia den ersten Ton.Bläser 1

„Das Ausprobieren war damals schwierig“, erinnert sich Yohana: Sie beherrscht ihre Töne und Lieder schon, seit anderthalb Jahren spielt sie in der ersten Bläserklasse der Uplandschule Klarinette. „Man braucht richtig viel Luft, um einen Ton herauszukriegen“, sagt ihre Freundin Hannah. Und auch die Finger müssen schnell sein: Das Instrument ist lang, je nachdem welche Löcher sie zuhält, kommen andere Töne heraus. Am Mundstück befindet sich ein kleines Blättchen aus einem Schilfrohr: „Wenn man da richtig drauf bläst, schwingt das 100-mal in der Sekunde“, erklärt Michael Kuhaupt: „Das setzt die Luft in Bewegung – und das macht den Ton.“

Wie Geschnatter Musik wird

Außer den Holzblasinstrumenten wie der Klarinette gibt es in der Klasse auch Blechblasinstrumente: Philipp spielt etwa Trompete. Auch er bringt Luft zum Schwingen, direkt mit seinem an der Trompete anliegenden Mund. „Wenn ich nur das Mundstück nehme, klingt das wie eine Ente“, sagt er, nimmt es und demonstriert ein kurzes Quaken. „Die Trompete macht das dann erst schön“. An der sind drei Knöpfe – richtig heißen die Ventile – und je nachdem, welche er drückt, nimmt seine Luft einen anderen Weg durch die Trompete. Wenn der länger ist, wird der hineingeblasene Ton tiefer.Bläser 2

Und wenn das ganze Instrument größer ist? „Dann spielst du halt tiefere Töne“, erklärt Jannis Behle, einer der drei Tenorhornspieler. „Das ist dann so eine Art Hintergrundmusik“, meint Ole: Wenn alle zusammen spielen, sind die Hörner hinter der Melodie der höher klingenden Instrumente zu hören. Sie zu spielen sei aber ganz ähnlich wie die Trompete, sagt Jannis Engelbracht, der dritte im Bunde.

Jeder hat eine Aufgabe

Das vierte Instrument ist die Querflöte: „Bei der muss man die Backen nicht so aufpusten“, sagt Marie schmunzelnd. Auch wenn sie aus Metall ist, gilt sie als Holzblasinstrument, erklärt Winona: Früher war sie aus Holz. Wichtig ist, wie der Ton erzeugt wird – und das funktioniert so ähnlich wie bei einer Klarinette, nicht wie bei einer Trompete.

Der einzige in der Gruppe, der kein Blasinstrument spielt, ist Moritz: Wenn die Holz- und die Blechbläser nach einer Stunde getrennten Übens zusammenkommen, stößt auch er als Schlagzeuger hinzu: „Ich bin für den Rhythmus zuständig.“ Die anderen finden das wichtig: „Ein Schlagzeuger, der uns den Takt vorgibt, hilft uns sehr“, sagt Philipp.

Auch wenn die Bläserklasse nur für die dritte und vierte Jahrgangsstufe ist, können die Mädchen und Jungen weiter Musik machen: Unabhängig vom Alter startet die Uplandschule eine Orchester-AG. Und bei den Kindern, die sich bei den Bläsern umgesehen haben, ist das Interesse für eine neue Bläserklasse schon groß.

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Figge, Wilhelm

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