Gegen das Vergessen

Erinnerung an die jüdischen Mitbürger

Kranzniederlegung auf dem jüdischen Friedhof zum Gedenken an die früheren Mitbürger. Links neben dem Gedenkstein steht Pfarrerin Gisela Grundmann, weiter links Pfarrer Kai Uwe Schröter (hintere Reihe, mit Kappe), rechts Bürgermeister Thomas Trachte, Pfarrer Christian Röhling, Dr. Dirk Bender und die stellvertretende Leiterin der Uplandschule, Ilse Klingenberg. Foto: Ulrike Schiefner

Feierstunde gegen das Vergessen – Bürgermeister Trachte verdeutlicht Bürger- und Christenpflicht zur Hilfe

Von Ulrike Schiefner

Willingen-Eimelrod. Am 10. November 1938, dem Tag nach der Reichspogromnacht, brannte auch in Eimelrod die kleine Synagoge. Die meisten Upländer Juden wurden in den Folgejahren in den Vernichtungslagern umgebracht. Nur einige wenige überlebten die Zeit des Nationalsozialismus.
Über 100 Upländer, darunter viele Jugendliche, kamen am Dienstag auf dem am Ortsrand gelegenen jüdischen Friedhof zusammen. Sie gedachten der Menschen, die früher in der Region verwurzelt waren und Opfer der Verblendung wurden.
Bürgermeister Thomas Trachte betonte, dass es wichtig sei, gegen das Vergessen anzugehen. Er schlug einen Bogen von dem Hass, der den Juden damals entgegengeschlagen ist, in die Jetztzeit. Angesichts großer Flüchtlingsströme „ist es unsere Bürger- und Christenpflicht, den Menschen, die aus Kriegsgebieten zu uns kommen, zu helfen und ihnen Unterstützung zuteil werden zu lassen“.
Die Feier wurde gestaltet von den Upländer Pfarrern Gisela Grundmann (Usseln), Kai Uwe Schröter (Eimelrod) und Christian Röhling (Willingen) sowie Dr. Dirk Bender (Usseln), die gemeinsam mit dem Bürgermeister einen Kranz niederlegten. Zahlreiche Uplandschüler, die sich im Unterricht mit dem Holocaust befasst haben, riefen die Einzelschicksale der Upländer Juden in Erinnerung. Konfirmanden aus dem Kirchspiel Usseln und aus Willingen nahmen ebenfalls an der Gedenkfeier teil. Sie legten, wie es im Judentum üblich ist, kleine Steine als Zeichen des Gedenkens auf die wenigen noch vorhandenen Gräber.

WLZ vom 12.11.2015

 

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