Neues Domizil für Internatler

Biathletin Janine Becker ist derzeit gemeinsam mit fünf Mitschülern im Haus am Kurpark untergebracht. Foto: Ulrike Schiefner

Intensive Verhandlungen über Bewilligung der notwendigen Betreuerstellen

Willingen (bk). Janine Becker ist 15 Jahre jung. Sie wohnt seit acht Monaten im Willinger Seniorenwohn- und Pflegezentrum. Aber nicht mehr lange…

Die Biathletin stammt aus Winterberg. Seit acht Jahren ist sie sportlich aktiv und seit knapp zwei Jahren Mitglied des Willinger Ski-Clubs. Sie gehört zu den sechs Internatsschülern, die im Haus am Kurpark ein Zimmer haben und die Uplandschule besuchen – nicht zuletzt aufgrund der kurzen Wege eine ideale Konstellation. Janine (Klasse R 10a) steuert mit großen Schritten dem Realschulabschluss entgegen. Etliche Pokale zeugen von ihren sportlichen Erfolgen. Für sie sowie zwei weitere Biathleten und drei Skispringer sind die Tage im Seniorenwohn- und Pflegezentrum gezählt. Wie bereits berichtet, sollen sie ein eigenes Domizil bekommen. Das ehemalige Wohn- und Pensionshaus Kramer-Müllen soll kurzfristig zum Internat um- und ausgebaut werden. Der Vizepräsident des Hessischen Skiverbands (HSV), Walter Frosch, und der Geschäftsführer des Bildungs- und Sozialwerks, Prof. Heinrich Schnatmann, stellten dem Upländer Gemeindevorstand und den Fraktions- und Ausschussvorsitzenden gestern das Konzept vor.

Von größter Bedeutung

Sowohl Bürgermeister Thomas Trachte als auch HSV-Vizepräsident Walter Frosch verdeutlichten, dass das Skiinternat für den Erhalt der gymnasialen Oberstufe der Uplandschule, für Willingen und für den hessischen Skisport insgesamt von größter Bedeutung sei, um Spitzenleistungen auf nationaler und internationaler Ebene zu erbringen. Das Internat nimmt hessische Schülerinnen und Schüler im Alter von 13 bis 19 Jahren mit Kaderstatus und/oder leistungssportlichem Potenzial auf, aber auch Sportler anderer Landesverbände, die diese Voraussetzungen erfüllen. Zielgruppe sind Nachwuchsathleten der drei Schwerpunktsportarten Biathlon, Skilanglauf und Skisprung.
Die Jugendlichen sollen durch pädagogisch geschulte Fachkräfte rund um die Uhr betreut werden. „Wir brauchen mindestens zwei, besser drei halbe Betreuungsstellen”, so Schnatmann. Derzeit finden intensive Verhandlungen mit dem Kultusministerium statt, damit diese Betreuerstellen zeitnah bewilligt werden. In die Gespräche ist das Jugendamt einbezogen. Durch die unmittelbare Nähe zur UPS stehen an Schultagen außerdem drei Lehrer-Trainer für Hausaufgabenbetreuung, Förderunterricht und pädagogische Betreuung zur Verfügung. Frosch zollte der Eliteschule – und hier insbesondere Schulleiter Volkwein – ein dickes Kompliment. „Die Zusammenarbeit zwischen Schule und Sport ist phänomenal. Es ist ein Höchstmaß an Flexibilität gegeben.”

Wohnungen für Senioren

Bei der Informationsveranstaltung kam die Sprache auch auf die ursprüngliche Idee, seniorengerechte Wohnungen einzurichten, die ja nun nicht mehr im früheren Haus Kramer entstehen können. Schnatmann hat diesen Plan jedoch nicht fallen gelassen. „Wir arbeiten daran”, sagte er mit Blick auf ein in der Nähe befindliches ungenutztes Privatgrundstück.

In der ehemaligen Pension Kramer-Müllen soll das neue Internat entstehen. Foto: Ulrike Schiefner

Eigentümer des Gebäudes am Neuen Weg in Willingen und Bauherr ist das Internationale Bildungs- und Sozialwerk, das auch das Seniorenwohn- und Pflegezentrum betreibt. Träger des Skiinternats ist der Hessische Skiverband.Im Willinger Internat sind zwölf Plätze vorgesehen. Die Kinder und Jugendlichen werden in Einzelzimmern mit einer Größe von etwa 20 Quadratmetern untergebracht. Die Zimmer verfügen über ein eigenes Bad und WC. Im Haus werden außerdem ein Aufenthaltsraum mit Teeküche, ein Raum für den täglichen Förderunterricht und ein Raum für die Unterbringung der persönlichen Sportgeräte eingerichtet. Prof. Heinrich Schnatmann, Geschäftsführer des Internationalen Bildungs- und Sozialwerks, geht von Investitionskosten in Höhe von rund 440.000 Euro aus. Die Verantwortlichen hoffen auf einen Landeszuschuss in Höhe von 300.000 Euro. Die fehlenden 140.000 Euro übernimmt der als gemeinnützig und mildtätig anerkannte Verein.Mit den Arbeiten soll begonnen werden, sowie der Bewilligungsbescheid aus Wiesbaden schriftlich vorliegt. Sie sollen in etwa drei bis vier Monaten abgeschlossen werden, sodass die Internatsschüler noch in diesem Schuljahr in die neuen Räume umziehen können.

WLZ vom 20. Januar 2011

 

Das könnte dich auch interessieren...