Schulsozialarbeit

In der Uplandschule wurde ein Büro- und Beratungsraum für Jugendarbeiterin Karin Stade (links) eingerichtet. Unser Bild zeigt sie gemeinsam mit Schulleiter Norbert Volkwein und dessen Stellvertreterin Ilse Klingenberg. Das Kuscheltier dient normalerweise dazu, kleineren Schülern mehr Sicherheit zu geben oder Beziehungen darzustellen und zu verdeutlichen. Foto: Ulrike Schiefner

Uplandschule richtet Besprechungs- und Büroraum für Karin Stade ein · Hohe Akzeptanz des Angebots

Willingen (bk). Die Schulsozialarbeit an der Uplandschule hat sich bewährt. Jugendarbeiterin Karin Stade und Schulleiter Norbert Volkwein sind sich einig: „Das Angebot muss auf jeden Fall erhalten bleiben.”

Seit gut einem Jahr gehört Karin Stade zum Team der UPS  – mit einem vertraglich festgelegten Stundenkontingent von zehn Wochenstunden. Ihr Rat ist gefragt. Das Angebot wird von Anfang an von Schülern, Lehrern und Eltern akzeptiert und wahrgenommen. „Ich kann mir angesichts vieler Erziehungsdefizite in der Gesellschaft die Arbeit ohne den Einsatz der Jugendarbeiterin gar nicht mehr vorstellen”, so der Direktor. „Wir haben ja sonst keine Möglichkeiten, die Hintergründe von Verhaltensauffälligkeiten zu klären.”
Das alltägliche Miteinander der Kinder und Jugendlichen scheint immer schwieriger zu werden. Schulleiter Norbert Volkwein und seine Stellvertreterin Ilse Klingenberg sind froh, dass mit Karin Stade eine kompetente Ansprechpartnerin zur Verfügung steht, der die Schülerinnen und Schüler vertrauen und mit der sie über ihre Probleme sprechen: Über Mobbing im Internet und per Handy, über Schwierigkeiten mit den Eltern, über individuelle Sorgen, die sie bedrücken. Aber auch eigene Aggressionen kommen zur Sprache. „Eventuelles Fehlverhalten von Schülern muss so früh wie möglich therapiert werden, um späteren größeren Problemen vorzubeugen”, erklärt Norbert Volkwein.
„Schulsozialarbeit ist eine Investition in die Zukunft”, betont der Schulleiter. Ihm ist es ganz wichtig, Karin Stade auch über die Beratungsgespräche hinaus in die Arbeit mit einzubeziehen. So hat sie kürzlich am pädagogischen Tag teilgenommen, an dem es um Verhaltensauffälligkeiten ging. Sie ist nicht nur zu den regelmäßigen Präsenzzeiten – montags, mittwochs und freitags – vor Ort, sondern nimmt Termine bei fachlicher und schulischer Notwendigkeit auch an anderen Tagen wahr. Sie entwickelt Gruppenangebote und Team-Trainingseinheiten, führt Elterngespräche, geht in die Klassen hinein.
Anfangs wurden die Beratungsgespräche in einem provisorisch eingerichteten Raum geführt. Jetzt wurde für Karin Stade ein eigenes Büro eingerichtet. Schulleitung, Lehrer und Eltern hoffen, dass die Jugendarbeiterin der Schule erhalten bleibt und die Stelle nicht aufgrund finanzieller Engpässe beim Land Hessen gestrichen wird.
„Die Schule selbst hat nicht die Mittel, ein Drittel der Kosten zu übernehmen”, so Schulleiter Norbert Volkwein. „Land, Kreis und Kommune stehen gemeinsam in der Verantwortung”, meint Karin Stade, die darauf hinweist, dass das bisherige Zeitbudget im Grunde genommen so gar nicht ausreichend ist. „Die gestiegene Schülerzahl der Uplandschule und die sozialräumlichen Rahmenbedingungen fordern nahezu eine Erhöhung des Stundenbudgets, zumindest aber eine Standardsicherung.”
Die Fortsetzung des Angebots ist aus ihrer Sicht unabdingbar. Zudem soll die Schulsozialarbeit als fester Bestandteil in das Schulprogramm der UPS aufgenommen werden. Mit Blick auf politische Unwägbarkeiten und die derzeitigen Diskussionen hofft sie, „dass alle Entscheidungen im Sinne und zum Wohl unserer Kinder und Jugendlichen getroffen werden”. Wie berichtet, steht der Schulelternbeirat ebenfalls voll hinter dieser Forderung. Vorsitzende Annegret Behle hat bereits einen entsprechenden Brief an Kultusministerin Dorothea Henzler geschrieben.
Das Thema „Schulsozialarbeit” kam auch in der letzten Gemeindevertretersitzung zur Sprache. „Ich hoffe, dass das Land die Mittel hierfür nicht streicht“, erklärte Bürgermeister Thomas Trachte auf Anfrage von Karl-Wilhelm Schweinsberg (SPD). „Sollte es sich aus der Finanzierung zurückziehen, muss politische Denkarbeit geleistet werden, wie dieses herausragende Konzept für eine sinnvolle Jugendarbeit weiterhin umgesetzt werden kann.”

WLZ vom 25. November 2009

 

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