Löcher mit Brettern zugenagelt

Die Glasbausteine sind porös, einige sind sogar schon aus der Fassade herausgefallen. Der Hausmeister hat die Löcher mit Brettern zugenagelt. Foto: Ulrike Schiefner

Poröse Glasbausteine, hoher Lärmpegel, kalte Temperaturen

Willingen (bk). Die Glasbausteine sind porös, einige sind sogar schon aus der Front der ehemaligen MPS-Turnhalle herausgefallen. Der Hausmeister hat die Löcher mit Brettern zugenagelt. Obwohl die Heizung auf vollen Touren läuft, herrschen im Innenraum nur Temperaturen von neun bis zehn Grad. Der Lärmpegel schlägt heftig nach oben aus. Wie ein bereits im Jahr 2007 erstelltes arbeitsmedizinisches Gutachten ergab, liegen die Lärmspitzen deutlich über dem Schwellenwert von 80 dB(A).
„Der Zustand der Turnhalle ist unhaltbar“, darüber sind sich laut Annegret Behle Schulleitung und Elternbeirat einig. Eigentlich sollte in den Osterferien mit den dringend notwendigen Sanierungsarbeiten begonnen werden. „Jetzt sollen sie auf nächstes Jahr verschoben werden“, darüber regt sich nicht nur die Vorsitzende des Schulelternbeirats auf. In ihrer Funktion als Gemeindevertreterin brachte die Politikerin das leidige Thema in der Parlamentssitzung am Dienstag zur Sprache.
„In den letzten Jahren ist alles dafür getan worden, dass die Schülerzahlen stark gestiegen sind“, betonte Anne Behle. Sie verwies darauf, dass die Leistungssportler der UPS, allen voran Vizeweltmeister Stephan Leyhe, große sportliche Erfolge aufzuweisen haben. „Die Jugendlichen erhalten in unserer Schule die beste Betreuung“, so die Elternbeiratsvorsitzende. „Die Bedingungen für das Prädikat ,Eliteschule des Sports‘ sind also in dieser Hinsicht voll erfüllt. Um das Prädikat zu erhalten, brauchen wir natürlich auch die notwendige Funktionsfähigkeit der Räumlichkeiten.“
Annegret Behle hält es in Zeiten knapper Mittel durchaus für denkbar, anstelle einer großen  und sehr aufwändigen Sanierung eine etwas kleinere Maßnahme durchzuführen. „Es ist wichtig, dass die Halle so bald wie möglich in einen vernünftigen Zustand versetzt wird. Das muss nicht unbedingt eine Million oder mehr kosten“, erklärte sie im Gespräch mit der WLZ. Bürgermeister Thomas Trachte sagte zu, sich beim Kreis mit Nachdruck für die Renovierung einzusetzen.
Annegret Behle sprach in der Gemeindevertretersitzung ein weiteres Thema an, das im Zusammenhang mit der Schule steht: Die Unterbringung der Internatsschüler. Wie berichtet, ist das Internationale Bildungs- und Sozialwerk daran interessiert, das ehemalige Haus Kramer zum Internat umzubauen; entsprechende Gespräche laufen.
Die CDU-Politikerin bat den Bürgermeister, sich mit dafür einzusetzen, dass bis zur endgültigen Klärung eine kurzfristige Lösung gefunden wird. „Für Kinder und Eltern ist ein verlässliches Übergangskonzept wichtig.“ Thomas Trachte teilte mit, dass mittlerweile drei Ministerien eingeschaltet sind. Als Übergangslösung sollen die Schüler provisorisch im neuen Altenwohn- und Pflegezentrum untergebracht werden.

(WLZ vom 18. Februar 2010)

 

Das könnte dich auch interessieren...