Schulinspektion

„Uplandschule ist ein Stück heile Welt“

 Walenzik: „Tolle Ausgangsbasis für Weiterentwicklung“

WILLINGEN (bk). Eltern, Schüler und Lehrer wissen es schon lange: „Die Uplandschule ist ein Stück heile Welt“ – ein Eindruck, den die Schulinspektoren bestätigt sehen. „Bei der gesamten Schulgemeinde herrscht eine hohe Schulzufriedenheit“, so Klaus Heiner Weber vom „Institut für Qualitätsentwicklung“ (IQ).

Weber und Dr. Ulf Brüdigam, die die Schule im Auftrag des hessischen Kultusministeriums gemeinsam mit Bärbel Brömer kritisch unter die Lupe genommen haben, legten am Freitag in Willingen den mit Spannung erwarteten Inspektionsbericht vor. „Er gibt uns eine Portion Sicherheit“, sah Schulleiter Norbert Volkwein die bisherige Arbeit von Kollegium und Schülern weitestgehend bestätigt.

Blick von außen
Der Direktor machte kein Hehl daraus, dass er der Schulinspektion anfangs skeptisch gegenüber gestanden hat. „Wer lässt sich schon gern über die Schulter schauen…“ Doch ist ihm die Bedeutung der landesweiten Schul-Evaluation schnell klar geworden. „Man darf nicht betriebsblind werden. Ein Blick von außen hilft, möglichen Entwicklungsbedarf zu erkennen.“
„Die Schule bringt viele Stärken mit“, betonte Leitender Schulamtsdirektor Rainer Walenzik. Er verspürt die Aufbruchstimmung an der UPS und sieht „eine tolle Ausgangsbasis für die professionelle Weiterentwicklung“ der Schule. Walenzik zeigte sich erfreut, dass eine ganz wichtige Bedingung dafür erfüllt ist: „Die Uplandschule hat jetzt eine komplette, funktionierende Schulleitung, die gut zusammenarbeitet und sich als Team versteht.“

Campus als Begegnungsstätte
Der Leitende Schulamtsdirektor wies aber auch darauf hin, dass das Zusammenwachsen der beiden früher selbstständigen Schulen aufgrund der räumlichen Bedingungen derzeit noch erschwert wird. Wie berichtet, sollen jedoch im Sommer bauliche Veränderungen erfolgen, so dass ein gemeinsames Lehrerzimmer und ein gemeinsames Schulbüro entstehen. Besonders wichtig ist dem Schulleiter außerdem ein Campus zwischen den beiden Schulgebäuden als Begegnungsstätte für die Schüler aller Schulzweige.
Zu welchen Resultaten sind die drei Inspektoren beim Besuch der kooperativen Gesamtschule gekommen? Sie schauten in 42 Unterrichtsstunden herein – achtmal in der Grundschule, 25 Mal in der Sekundarstufe I, neun Mal in der Sekundarstufe II. Welches Bild gewannen sie dabei von der Qualität der einzelnen Schulzweige? Welches Ergebnis hatten Interviews mit Schülern, Eltern und Lehrern? Was ergab die Auswertung der im Vorfeld verteilten Fragebögen?
Gute Noten gibt es beispielsweise für Führung und Management. Die Schulleitung fördert das Zusammenwachsen des ehemaligen Gymnasiums und der früheren Mittelpunktschule, nutzt Gestaltungsspielräume und bindet die Lehrkräfte mit ein. „Alle an der Schule Beteiligten schätzen die fachliche Kompetenz der Lehrkräfte als hoch ein“, heißt es in dem Bericht. 91 Prozent der Eltern bestätigen, dass sich die Lehrer in ihren Fächern gut auskennen, 90 Prozent der Lehrkräfte fühlen sich auf dem aktuellen Stand. „Alle Beteiligten nehmen einen angenehmen zwischenmenschlichen Umgang an der Uplandschule wahr. Schülerinnen und Schüler und ihre Eltern fühlen sich gut beraten.“ Gewürdigt werden der Ausbau der pädagogischen Mittagsbetreuung, die besonderen Anstrengungen im Bereich der Methodenarbeit, die Aktivitäten zur Studien- und Berufsorientierung und die Unterstützung der Schule durch die Eltern.

„Ausweis für Qualität“
Die Inspektoren erfuhren, dass in der Grundschule das selbstständige Lernen besonders gefördert wird, dass sich der Unterricht in einem positiven pädagogischen Klima vollzieht und dass er durch Regeln und Rituale unterstützt wird. Für die ganze Schule gilt: „Die Leistungsanforderungen und Leistungsbewertungen sind für die Eltern und die Schülerinnen und Schüler transparent.“ Die Kinder und Jugendlichen werden gut auf Leistungsüberprüfungen und Abschlüsse vorbereitet.  Im Grundschulbereich werden gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Schullaufbahn, in der Sekundarstufe II für das Erreichen des Abiturs  geschaffen. „Die Anzahl der Nichtversetzungen und freiwilligen Wiederholungen ist gering. Unentschuldigte Fehlzeiten stellen kein Problem dar“ – nach Erfahrung der Schulinspektoren ein „Ausweis für die Qualität der Schule“.

Verbesserungsvorschläge
Die Eltern haben laut Inspektions-Team  „mit großer Einstimmigkeit“ gesagt, dass sie ihre Kinder wieder auf die Schule schicken würden. „Die Schüler gehen gerne hin und die Lehrkräfte arbeiten gerne hier.“ Natürlich gibt es auch Verbesserungsvorschläge (zum Beispiel weitere Entwicklung der schulzweigübergreifenden Arbeit, Ausbau der Zusammenarbeit mit Kindergärten und zuliefernden Grundschulen, stärkere Einbindung der Grundschüler in die SV-Arbeit, Nutzung der Homepage als gemeinsame Kommunikationsplattform, Verstärkung der Team-Arbeit als Möglichkeit zur Kompetenzerweiterung). Leitender Schulamtsdirektor Walenzik: „Wir werden jetzt gemeinsam ausloten, ob das bestehende Arbeitsprogramm der Uplandschule in irgendeiner Weise verändert werden muss und kann.“

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