Das Skiinternat Willingen

Mit Talent, Fleiß und Ehrgeiz zum Erfolg

Die Internatler und die drei Lehrer-Trainer: Unser Bild zeigt vorne von links nach rechts die Skilangläufer Laura Arnholdt, Inka Heun und Yannik Schwind, dahinter Biathlet Dominik Schüßler, Studienrat Jürgen Stegmüller und die Diplom-Sportlehrer Michael Wiatr und Michael Schulenberg. (Foto: bk)

Junge Sportler bringen Schule, Training und Wettkämpfe dank intensiver Förderung unter einen Hut

WILLINGEN (bk). Montagabend, ganz weit hinten im Hoppecketal. Während ihre Klassenkameraden längst die Hausaufgaben erledigt haben, kommen die Internatler im Haus „Wald-Eck“ nach einem ausgefüllten und straff organisierten Tag erst jetzt dazu. Bewaffnet mit Zirkel und Geo-Dreieck machen sie sich ans Werk. Sie bleiben mit ihren Fragen nicht allein. Studienrat Jürgen Stegmüller hilft ihnen auf die Sprünge und erklärt ihnen geduldig die Geheimnisse der Mathematik.
Auf dem Weg zum Abitur und zum sportlichen Erfolg: Inka, Yannik, Dominik und Laura verfolgen ihr Ziel mit Ehrgeiz und Fleiß. Natürlich ist es nicht leicht, schulische Anforderungen, intensives Training und Wettkämpfe unter einen Hut zu bringen. Die vier Jugendlichen haben sich deshalb bewusst für Willingen entschieden, weil sie hier ideale Rahmenbedingungen finden: Die UPS, die als Eliteschule des Sports die ambitionierten und erfolgreichen jungen Wintersportler im besonderen Maße fördert; eine Gemeinde, in der es moderne Trainingsanlagen und einen leistungsstarken Skiclub gibt, der mit der Schule eng zusammenarbeitet; und nicht zuletzt das Haus „Wald-Eck“, in dem Jens und Claudia Schüttler 2007 das Ski-Internat eingerichtet haben.
Die beiden Skilangläufer Inka Heun und Yannik Schwind stammen aus Gersfeld in der Rhön und besuchen die zwölfte Klasse der Uplandschule. Biathlet Dominik Schüßler (Klasse 11) ist im westfälischen Gudenhagen zu Hause. Alle drei sind bereits zum Schuljahresbeginn in dem Hotel eingezogen, einem übersichtlichen Betrieb mit 15 Zimmern. Seit Anfang dieses Jahres nutzt auch Skilangläuferin Laura Arnholdt das Willinger Schul- und Internatsangebot. Sie kommt aus einem kleinen Dorf im Südharz und ist Schülerin der Klasse G 8.
Das Haus stellt für das sportliche Kleeblatt ein Stückchen Heimat dar. Claudia und Jens Schüttler, die selbst eine zwölfjährige sportlich erfolgreiche Tochter haben, verstehen sich nicht nur als Gastgeber, sondern auch als Ansprechpartner für die vier Jugendlichen, die mit eventuellen Problemen gern zu ihnen kommen dürfen. Sie sorgen ein gesundes und ausgewogenes Frühstück und Abendessen (Mittagessen gibt es in der Uplandschule) und übernehmen auch manchen Fahrdienst.
Neben den Internatlern sind weitere 25 Schülerinnen und Schüler der Uplandschule als Leistungssportler aktiv und erfolgreich. Es ist ein besonderes Anliegen der Schulleitung und der zuständigen Lehrer, die stundenplantechnischen Voraussetzungen zu schaffen, damit die Kinder und Jugendlichen schulische und sportliche Erfordernisse miteinander verbinden können. So ist nach entsprechender Absprache und dank individueller Förderung beispielsweise Training am Vormittag oder Unterrichtsbefreiung am Nachmittag möglich.
An der Schule engagieren sich drei Lehrer-Trainer im besonderen Maße für die Belange der jungen sportlichen Talente. Studienrat Jürgen Stegmüller (50) ist seit 1992 in Willingen tätig, unterrichtet Mathematik, Sport und Arbeitslehre, trägt als Koordinator Verantwortung und erteilt auch Mathematik-Förderunterricht. Die beiden Diplom-Sportlehrer Michael Schulenberg (39), der vor gut einem Jahr an die Uplandschule kam, und Michael Wiatr (32), der in diesem Monat seinen Dienst antrat, nehmen ebenfalls vielfältige Aufgaben wahr. So sind sie aktiv im Bereich der Talentsichtung und -förderung, fahren als Trainer mit auf Lehrgänge , zu Tests und zu Wettkämpfen, unterstützen die ihnen anvertrauten Sportler beim Lernen.
Wieviel Zeit der Leistungssport in Anspruch nimmt, verdeutlichen die Internatsschüler: „Wir sind zehn bis zwölf Wochen im Jahr unterwegs“, wobei ein Teil der Lehrgänge natürlich auch in den Ferien stattfindet. In der Wintersaison, also von Dezember bis März, sind sie fast an jedem Wochenende weg. Aufgrund der klimatischen Veränderungen nimmt die Zahl der Reisetage zu; es wird immer schwieriger, schneebedeckte Landschaften für Training und Wettkämpfe zu finden.
Gemeinsam mit den Lehrer-Trainern stellen Partnerschüler in den einzelnen Klassen sicher, dass die sportlichen Aushängeschilder der Schule immer auf dem Laufenden bleiben. Sie bringen Hausaufgaben und Unterrichtsmitschriften zu Jürgen Stegmüller, der das Material seinen Kollegen ins Hotel faxt oder mailt, so dass die Sportler dann vor Ort täglich zwei bis vier Stunden lernen können. Dass sich die Mühe lohnt, beweisen die Erfolge der Uplandschüler.

WLZ vom 15. Februar 2008

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