Besuch in Flavigny

Die Schüler der Uplandschüler und ihre behinderten französischen Freunde beim Besuch des Luftwaffenstützpunkts. (Foto: pr)

Uplandschüler besuchen französische Freunde

WILLINGEN (bk). Die Schüler geraten ins Schwärmen, wenn sie an die Tage in Frankreich denken: „Ein großartiges Land!“ Sie brachten „wunderschöne neue Eindrücke und Erfahrungen“ mit nach Hause und berichten von „Erlebnissen, die man nicht wieder hergeben möchte“.
Die außergewöhnliche Partnerschaft  zwischen der Willinger Uplandschule und der E.R.E.A. (Etablissement Régional d’Enseignement Adapté), einer Schule für Körperbehinderte, geht bis ins Jahr 2002 zurück. Sie kam seinerzeit auf Initiative von Studienrat Jürgen und seiner französischen Kollegin Liliane Bersweiler zustande. Im Lauf der Jahre fanden acht Schülerbegegnungen statt – immer abwechselnd im Upland und im lothringischen Flavigny, einem Ort in der Nähe von Nancy.
Diesmal beteiligten sich zwölf Schülerinnen und Schüler des Gymnasial- und des Realschulzweigs an der siebentägigen Fahrt, die unter Leitung von Jürgen Stegmüller und Helena Frese stand. Sie waren im Internat der Schule untergebracht und erlebten am Wochenende die Gastfreundschaft französischer Familien.
Die Woche war geprägt von einem sehr abwechslungsreichen Programm. Die Upländer Jugendlichen nahmen am Unterricht teil, spielten Boccia, Ping-Pong und Fußball, hatten Spaß beim Rollstuhl-Basketball und Tanzunterricht. Sehr interessant waren  einige Ausflüge. So besichtigten sie gemeinsam mit ihren behinderten französischen Freunden den Luftwaffenstützpunkt von Nancy, die Flughafen-Feuerwehr und das dazugehörende kleine Museum. Zu den Höhepunkten zählte der Besuch einer Schokoladenfabrik, in der regionale Spezialitäten, beispielsweise die berühmten Bonbons „Bergamottes de Nancy“ hergestellt werden. „Es war sehr interessant“, so das einmütige Urteil der Teilnehmer, die sich auch Kostproben schmecken lassen durften. In einer Glasbläserei erlebten die Siebt- bis Elftklässler, wie Glasskulpturen in aufwändiger Hand- und Mundarbeit hergestellt werden. „Selbst zu blasen, hätte unsere jungen Lungen wahrscheinlich an ihre Grenzen gebracht. Daher begnügten wir uns mit kreativer Fummelarbeit.“ Im Klartext: Die Upländer verzierten Glas mithilfe der Sandstrahltechnik.
Die Jugendlichen genossen das Flair von Nancy, besuchten gemeinsam mit ihren Gastfamilien ein Rockkonzert in einem kleinen Lokal, lernten die französische Küche kennen und schätzen und waren ein wenig traurig, als sie die Heimfahrt antraten. „Insgesamt war der Schüleraustausch ein sehr schönes Erlebnis, das wir jederzeit wiederholen würden. Auch wenn man kein Französisch kann, macht es sehr viel Spaß.“

WLZ vom 24. Juni 2008

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