Kultusminister in Willingen

Mit der Willinger Schulkappe: Minister Jürgen Banzer (Mitte) mit seinem Kollegen Wilhelm Dietzel und Claudia Ravensburg. (Foto: Ulrike Schiefner)

Spannender Akzent in der Schullandschaft

Willingen (bk). Rückenwind für die Willinger Uplandschule: „Sie setzt einen spannenden Akzent in der hessischen Schullandschaft“, so Staatsminister Jürgen Banzer, der bei seinem Besuch am Freitag im Upland versicherte, dass das hessische Kultusministerium die Sonderrolle der UPS „gern akzeptiert“. 

„Wir sind stolz darauf, dass es eine solche Schule gibt“, betonte Banzer, der seit 2005 hessischer Justizminister ist und seit April 2008 auch die Geschäfte im Kultusministerium führt. Er beglückwünschte die gesamte Schulgemeinde zu der Kreativität, die sie hinsichtlich der Rettung des Oberstufenstandorts an den Tag gelegt hat.
Besonders erfreut zeigte er sich in diesem Zusammenhang über die Verleihung des Prädikats „Eliteschule des Sports“. „Wir brauchen den Sport, um die Schulen lebendig zu machen.“ Deshalb hält es Jürgen Banzer auch für erforderlich, an anderen hessischen Schulen ebenfalls die Bemühungen um den Sport zu verstärken.
Er betonte seine „feste Absicht, um Schulstandorte in der Fläche zu kämpfen“ und die Probleme, die die demografische Entwicklung mit sich bringt, nicht über Richtzahlen, sondern mit einer differenzierten Schul- und Bildungspolitik zu lösen. So möchte er darüber sprechen, ob allein ein riesiges Wahlfachangebot eine gute Schule ausmacht oder ob weniger Kurse durch wohnortnahe Schulstandorte aufgewogen werden.
Die in Willingen gefundenen Lösungen – Zusammenschluss des ehemaligen Gymnasiums und der früheren MPS, intensive Förderung der Sportler und Möglichkeiten der Unterbringung auswärtiger Schüler im Internat – tragen aus Banzers Sicht zur Profilierung des Schulstandorts bei. „Die Zahlen zeigen, dass die Schule angenommen wird.“ Er versprach, dass das Kultusministerium bei den Bemühungen um weiteren Erfolg der UPS mithelfen will.
Die schulpolitische Sprecherin der CDU-Kreistagsfraktion, Claudia Ravensburg, wies darauf hin, dass „sehr viele Menschen in Willingen Kräfte und Ideen bündeln“ und sich für die Uplandschule engagieren, an ihrer Spitze die Schulleitung, der Bürgermeister und die Vertreter des Sports. „Wenn die Unterstützung aus Wiesbaden dazukommt, können wir positiv in die Zukunft blicken.“
Die Tatsache, dass der geschäftsführende Kultusminister die Sonderrolle der UPS akzeptiert, „ist fast Balsam für unsere Seelen“, erklärte Schulleiter Norbert Volkwein. Er wies darauf hin, dass sich die Schule nun aber nicht etwa auf dem Erreichten ausruhe. „In Willingen sprudeln die Ideen.“ Als wichtiges Ziel nannte der Direktor die Gewinnung weiterer Schülerinnen und Schüler aus den benachbarten nordrhein-westfälischen Gemeinden. Die Lehrer-Trainer der UPS besuchen im Rahmen der Talentsichtung auch dort den Sportunterricht und machen bei Elternversammlungen darauf aufmerksam, dass es sich für die Kinder lohnt, nach Beendigung der Grundschulzeit nach Willingen zu kommen. „Wir könnten sportlich talentierte Schüler an die Schule binden und so die Schülerzahlen weiter steigern“, betonte Volkwein. „Das scheitert allerdings derzeit an den ganz schlechten Verkehrsverbindungen.“ Nach Ansicht von Minister Banzer dürfte die Landesgrenze hier eigentlich kein unüberwindbares Hindernis darstellen. Die Regelung des Schulbusverkehrs fällt allerdings nicht in seinen Zuständigkeitsbereich, sondern in die Verantwortung der Landkreise.
In der Diskussion wurden von Vertretern der Schule, der Eltern und der Politik noch weitere Punkte angesprochen. Klaudia Schenk (Ottlar) wies auf die hohen Schulbuskosten hin, die die Eltern für die Beförderung von Oberstufenschülern aufbringen müssen. Erster Beigeordneter Manfred Kesper und die Vorsitzende des Turnvereins „Jahn“, Beate Gohmert, verdeutlichten den dringenden Wunsch nach Bau eines Sportplatzes in der Nähe der Schule, der sowohl für den Sportunterricht als auch von Vereinen genutzt werden kann. „Es leuchtet mir ein, dass bei den Witterungsverhältnissen hier ein Kunstrasenplatz gebraucht wird“, betonte Banzer und riet dazu, hierfür schnellstmöglich Mittel aus dem Konjunkturprogramm zu beantragen.
Die Vorsitzende des Schulelternbeirats, Annegret Behle, die in ihrer Funktion als aktive CDU-Kommunalpolitikerin die Veranstaltung moderierte, überreichte Banzer, seinem Ministerkollegen Wilhelm Dietzel und Claudia Ravensburg eine ganze Tasche voller Willinger Souvenirs. Ihr Fazit: „Minister Banzer hat sich hinsichtlich der Uplandschule äußerst positiv und sehr verbindlich geäußert.“ Sie geht davon aus, dass der Besuch dazu beigetragen hat, die zukünftige Zusammenarbeit zu erleichtern. Die Politiker wurden in Willingen vom CDU-Vorsitzenden Wilhelm Wolfgang Wilke und von Bürgermeister Thomas Trachte begrüßt.

(WLZ vom 19. Januar 2009)

 

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