Göbel springt knapp am Finale vorbei

Junioren-WM im Skispringen: Willingerin auf Rang 32 – Spiewok auf Platz 26

WLZ, 12.02.2021: Lahti/Willingen – Einen Meter zu kurz gesprungen. Diese 100 Zentimeter hätten vermutlich für die Willinger Skispringerin Michelle Göbel gereicht, um bei der Junioren-Weltmeisterschaft ins Finale der besten 30 zu kommen.
Leider konnte die 16-Jährige ihren guten Probedurchgang (79,5 Meter) im Wettkampf nicht bestätigen. Sie landete bei 76 Metern, der mit 71,4 Punkten den 32. Platz bedeutete.
Damit lag Göbel als drittbeste Deutsche einen Rang vor Josephin Laue (69,7). Vor einem Jahr hatte die Athletin des SC Willingen bei der Junioren-Weltmeisterschaft im Einzel noch Platz 21 belegt und die Bronzemedaille im Team gewonnen.
Diesen dritten Platz kann sie heute mit ihrer Mannschaft (17 Uhr) verteidigen. Aber daran will Göbel nicht so recht glauben, weil die deutschen Springerinnen im finnischen Lahti nicht so recht in die Spur finden. Die erste deutsche Springerin findet sich im Einzel nur auf Platz 15 wieder. Allerdings war das eine starke WM-Premiere für die erst 15-Jährige Lia Böhme (83.5/84.5 m). Selina Freitag landete auf Rang 27 (80,0/73,5).
„Ich weiß, dass ich es besser kann, aber es läuft bei mir in dieser Saison irgendwie nicht so gut“, sagte Göbel auf Anfrage. Probleme mit dem Absprung seien bei ihr ja normal, sagte die 16-Jährige, Aber es seien derzeit noch andere Kleinigkeiten, die ihr Schwierigkeiten bereiten würden, unter anderem passe beim neuen Material noch nicht alles zusammen.
Außerdem betrat Göbel in Lahti Neuland. Sie war bisher noch nie auf dieser 90-Meter-Schanze gesprungen. „Sie liegt mir nicht so gut, denn sie hat einen hohen Schanzentisch, aber danach verliert man dort schnell an Höhe.“ Allerdings sei das kein Nachteil für sie gewesen, denn die Bedingungen auf der Schanze seien für jede Springerin immer wieder anders.
Außerdem beeinflusste die klirrende Kälte (-20 Grad) in der finnischen Stadt die sportliche Leistung. „Ich musste relativ lange warten vor meinem Sprung und da war die Kälte schon durch den Anzug gezogen, Füße und Hände habe ich kaum noch gespürt. Aber das ging natürlich vielen allen anderen auch so.“
Weltmeisterin wurde die Norwegerin. Thea Minya Bjoerseth (98/92 m) vor Josephine Pagnier (Frankreich) und der Slowenin Jerneja Brecl.
Da Ausrüstung einiger Springerinnen nicht rechtzeitig in Finnland angekommen war, wurde der Wettkampf um einen Tag verschoben.
Bei den Junioren schaffte der Willinger Internatsschüler Simon Spiewok (215,8) den Sprung unter die Top 30. Mit 86 und 87,5 Meter landete der für Neuenrade startende Meinerzhagener auf Platz 26. Alledings war er damit nicht zufrieden. „Von Training her habe ich mir eine bessere Platzierung erhofft. Ich bin technisch nicht sauber gesprungen, deshalb war es für mich enttäuschend,“ sagte Spiewok auf Anfrage.
Quirin Modricker (220,6) war auf Rang 21 bester deutscher Springer. Eric Fuchs (34.) und Claudio Haas (36.) kamen im ersten Durchgang nicht in die Top 30 und verpassten dadurch das Finale.
Es siegte der Österreicher Niklas Bachlinger (263,9), der auch beim Willinger Weltcup auf der Mühlenkopfschanze am Start war, vor seinem Landsmann David Haagen (263,3). Beide sprangen 96.0 und 95,5 Meter weit und der Titel wurde nur über die Haltungsnoten vergeben. Dritter wurde der Schweizer Dominik Peter (261,5).
Im heutigen Mannschaftswettbewerb hofft das DSV-Quartett mit Schlussspringer Spiewok im Kampf um die Medaillen auf eine Außenseiterchance. „Dafür muss aber jeder von uns auch mal das zeigen, was er kann“, fordert Spiewok und schließt sich selbst in diese Kritik mit ein. „Wir wissen im Moment auch nicht, woran es liegt, dass es bei uns nicht so gut läuft.“   rsm/be

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