Es war ein gelungener Abschluss für den Usselner und für drei Wettkampftage, die bereits einen Vorgeschmack auf das kommende Jahr boten. Denn vom 2. bis 5. September 2027 werden in Willingen die Deutschen Meisterschaften der Biathleten ausgetragen. Der Deutschlandpokal am vergangenen Wochenende diente dafür als Test.

Nach schönem Wetter am Freitag und Samstag zeigte sich Willingen zum Abschluss von seiner ungemütlichen Seite. Schon die Jugend 16 ging bei Regen auf die Strecke, später schüttete es zeitweise wie aus Eimern. Die Rollski wurden zwar gegen Turnschuhe getauscht, das Wechselspiel aus hohem Tempo und ruhiger Hand am Schießstand blieb.

Vor allem läuferisch überzeugte Tarhanis beim Cross-Sprint. Für die 4,5 Kilometer benötigte er 22:43,1 Minuten. Nach einem Fehler im Liegendanschlag verfehlte er stehend vier Scheiben. Dass seine starke Laufleistung dennoch zu Platz vier reichen würde, hatte er im Ziel nicht erwartet. „Ich freue mich sehr“, sagte Ajas Tarhanis, der auf der letzten Runde an seine Grenzen gegangen war. „Die hat mir alle Kraft geraubt.“ Den Sieg sicherte sich Max Eberle (Nesselwang; 21:40,1/4).

Von Tag zu Tag gesteigert

Platz vier war Tarhanis’ bestes Ergebnis des Wochenendes. Im verkürzten Einzel am Freitag hatte er über 12,5 Kilometer mit elf Schießfehlern in 51:43,8 Minuten Rang 17 belegt. Am Samstag folgte im Sprint über 7,5 Kilometer nach 26:17,8 Minuten Platz elf, viermal musste er in die Strafrunde abbiegen. „Ich habe mich von Tag zu Tag gesteigert und bin zufrieden mit meinen Ergebnissen“, fasste er das Wochenende zusammen.

Jana Hammen beendete den Cross-Sprint nach sechs Strafrunden in 30:41,7 Minuten auf Rang 14. „Crossen ist nicht meins“, lautete das knappe Fazit der 15-Jährigen, die erst seit zweieinhalb Jahren Biathlon betreibt. Mit ihrem Wochenende war sie dennoch zufrieden. Im Einzel am Freitag wurde die Willinger Internatsschülerin Zwölfte (44:16,9/8), im Sprint am Samstag lief sie auf Platz 13 (25:01,7/6). „Das Rollern war okay, das Schießen ist ausbaufähig“, bilanzierte Hammen.

Emma Paulus erlebte den letzten Wettkampftag aus einer anderen Perspektive. Statt selbst zu starten, unterstützte sie die Veranstaltung als Streckenposten. Die Willingerin war zwei Wochen zuvor erkrankt und noch nicht wieder vollständig fit. Weil es ihr Heimrennen war, wollte sie trotzdem unbedingt dabei sein. Den Einzel am Freitag hatte die 15-Jährige vorzeitig beenden müssen. Am Samstag kehrte sie im Sprint zurück und belegte mit drei Strafrunden in 26:53,9 Minuten Platz 16. Mit ihrer Leistung am Schießstand war sie zufrieden, auf der Strecke machten sich jedoch die Folgen der Erkrankung bemerkbar.

Für Paulus, Hammen und Tarhanis war der Heimauftritt eine besondere Erfahrung. Das Trio ist neu in die Jugend 16 aufgerückt und sammelt noch Erfahrung mit dem Kleinkalibergewehr. Die vertraute Strecke gab Sicherheit – Freunde, Familie und Vereinsmitglieder sorgten für lautstarke Unterstützung. Zugleich erhöhte die Kulisse aber auch den Druck. „Ich war noch nie so aufgeregt wie hier“, gestand Emma Paulus. Heimvorteil und Lampenfieber lagen also dicht beieinander.

Trainer Mario Rummel zog nach den drei Tagen ein positives Fazit: „Ich bin zufrieden, vor allem mit dem vierten Platz von Ajas zum Abschluss. Es waren intensive Tage. Gerade vor heimischer Kulisse waren meine Sportler noch aufgeregter als sonst.“ Und er ergänzte: „Die drei haben gesehen, wo sie bereits gut aufgestellt sind und woran wir im Training in den nächsten Wochen noch arbeiten müssen.“

Aber nicht nur die Athleten mussten sich an diesem Wochenende beweisen. Zahlreiche Helfer sorgten am Schießstand, entlang der Strecke, im Start- und Zielbereich sowie an den Verpflegungsständen für einen reibungslosen Ablauf. Am Sonntag trotzten sie dabei auch den heftigen Regenschauern. „Die Wettkämpfe sind gut abgelaufen, es gab keine größeren Probleme und auch keine schwerwiegenden Verletzungen“, bilanzierte Wettkampfleiter Carsten Schneider. Sein Fazit mit Blick auf das kommende Jahr fiel entsprechend positiv aus: „Es war eine gute Generalprobe für die Deutsche Meisterschaft.“

FRIEDERIKE WEILER