Was das angebrochene Schuljahr an der Uplandschule alles bringt

WLZ, 15.08.2026: Willingen – Ein neues Schuljahr bringt vieles, was noch unbekannt ist. So laufen Jan und drei seiner Klassenkameraden durch die Uplandschule in Willingen und versuchen, sich zu orientieren. Das ist tatsächlich ein Arbeitsauftrag, erklärt er: „Wir machen eine Schulrallye. Wir laufen durch die Schulen und sollen in einer halben Stunde Sachen erledigen, um sie kennenzulernen.“ Wo ist das Sekretariat? Wie weit ist es vom Klassenzimmer zur Sporthalle? Wo ist der nächste Feuerlöscher? Seine Kumpel sind schon weiter, Jan muss hinterher.
„Lernen, jemanden anzusprechen und um Hilfe zu bitten, gehört zum Miteinander dazu“, erklärt Schulleiterin Barbara Pavlu die Aktion. „Und so lernen die Kinder sich gegenseitig kennen“, fügt Ines Kersting hinzu, die Inhaberin des örtlichen Buchladens „Ambientee“.
Sie ist für zwei Neuerungen an der Schule mitverantwortlich, für die sie Sponsorin war. Eine davon probieren die Drittklässler aus, während drinnen die Rallye läuft: sogenannte Sitztische. Die bestehen aus einer Sitzfläche, die direkt auf dem Boden liegt, und einer Tischplatte. So kriegen die Kinder draußen auf der Treppe eine feste Oberfläche zum Schreiben oder um Bücher abzulegen. Mit ihrem Klassenlehrer, Rektor Jörg Fuchs, nutzen sie das für eine Lesestunde. Auch zum Malen im Freien bieten sich die Tischlein an, hält Barbara Pavlu fest. Der zweite Teil von Ines Kerstings Spende: „Stolpersteine“ an den Treppen. Wörtlich gemeint ist das nicht – es besteht keine Gefahr, deshalb hinzufallen. Es sind große Aufkleber, die Schüler immer wieder neu an die Regeln erinnern sollen: „Wir helfen einander“, „Wir grüßen andere“ oder „Wir stören nicht beim Lernen“ zum Beispiel. Es solle immer wieder an Respekt und Toleranz im Alltag erinnern.
Ihre Spende liege an der guten Zusammenarbeit mit der Schule, erklärt die Buchhändlerin. Ob zum Schulstart oder zum Welttag des Buches: Lehrer, Eltern und Schüler kämen oft in ihren Laden. Leseförderung sei aber auch das wichtigste, sagt Barbara Pavlu sogar als Mathe-Lehrerin mit einem Schmunzeln: Sonst würden die Schüler die Sachaufgaben nicht verstehen.
Neu sind auch einige Schüler: An der Grundschule ist es dieses Jahr nur eine erste Klasse, doch mit vier fünften Klassen von je 20 Schülerinnen und Schülern sind Gymnasium, Real- und Hauptschule gut belegt.
Eine alte Tradition konnte derweil neu aufgelegt werden: Die älteren Schüler ab der achten Klasse haben wieder gemeinsam in der Evangelischen Kirche einen Schulanfangsgottesdienst gefeiert. Die Kirche war lange geschlossen, weil es Probleme mit dem Dach gab. Wer nicht zur Kirche geht, bekam ein anderes Angebot.
Die Lesestunde im Freien hat nicht sehr lange gedauert: Es ist nicht lange nach 9 Uhr schon ziemlich heiß. Das zeigt, dass die Schule sich auch auf Neues einstellen muss: Mit Geldern des Sponsorenlaufs und des Fördervereins wurden zwar schon große Sonnenschirme für den Pausenhof angeschafft, doch weitere würden wichtigen Schatten spenden. Auch, weil die gepflanzten Bäume noch einige Schuljahre brauchen, bis sie da eine echte Hilfe sind.
WILHELM FIGGE