Schule ohne Rassismus

Stephan Leyhe beim anschließenden Besuch in der G5b. Foto: Stephan Leyhe

Uplandschule Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ verliehen

von Barbara Pavlu

Der Uplandschule in Willingen wurde am 26.06.2015 im Rahmen einer Versammlung der Schulgemeinde die Auszeichnung der Schule als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ (SOR-SMC) verliehen. Der Skispringer Stephan Leyhe aus Willingen (Schwalefeld), der 2011 an der Willinger Eliteschule des Sports sein Abitur abgelegt hat und zu den besten deutschen Skispringer gehört, hat die mit dem Titel verbundene Patenschaft übernommen.
Die Schulleiterin Barbara Pavlu begrüßte den Paten Leyhe, die Elterbeiratsvorsitzende Anke Keudel, in Vertretung des Bürgermeisters den Vertreter der Gemeinde, der erste Beigeordnete Manfred Stremme, alle Schülerinnen und Schüler mit dem Schülersprecher Benjamin Lieser und das Lehrerkollegium der UPS: „Mein Dank gilt den Schülerinnen und Schülern der G5b, die die Initiative ergriffen haben, der beteiligten Lehrkraft, Frau Sender, und der Schülervertretung. Diese Tafel zeigt uns nun deutlich die Verpflichtung gegen Diskriminierung, Mobbing und Gewalt einzutreten.“ In ihrer Ansprache machte sie deutlich, dass die Probleme dieser Art nicht von heute auf morgen an der Schule einfach aufhören, es sei aber wichtig, dass immer einer da sei, der sagt, HALT – hier geht es nicht weiter.
Die Uplandschule in Willingen ist eine kooperative Gesamtschule mit Grundschule, die zur Zeit von 675 Schülerinnen und Schülern besucht wird. Im Zuge des Ganztagsangebotes bietet die Schule eine pädagogische Hausaufgaben- und Mittagsbetreuung von 7:30 bis 15:30 Uhr sowie verschiedene Arbeitsgemeinschaften an. Fördern und Fordern, soziales Lernen im Ganztag, Sport – auch als Leistungssport – und Schule & Gesundheit sind Schwerpunkte der Schulentwicklung.
In Deutschland wurde das Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ 1992 ins Leben gerufen und als Aktion Courage e.V. von Bürgerinitiativen, Menschenrechtsgruppen, Vereinen und Einzelpersonen als eine Antwort auf den gewalttätigen Rassismus in Mölln, Solingen, Hoyerswerda und Rostock gegründet. Aktion Courage e.V. ist seit dem 13. März 2001 bundesweit anerkannter Träger der freien Jugendhilfe.1 Ihm gehören in Deutschland rund eine Millionen Schüler in über 1700 Schulen, davon zur Zeit 65 in Hessen, an.2
Voraussetzung für die Mitgliedschaft ist die Zustimmung von mindestens 70% aller Menschen an der Schule, die sich in einer gemeinsamen Selbstverpflichtung aktiv bereiterklären, bei Konflikten einzugreifen und regelmäßige Projekttage durchzuführen. Wesentlicher Bestandteil der Mitgliedschaft ist zudem die Patenschaft einer prominenten Persönlichkeit aus den Bereichen Kunst, Politik, Medien oder Sport. So haben in Hessen u.a. der Kultusminister Prof. Dr. Lorz (Brüder-Grimm-Schule in Steinau am 17.06.2015)3 oder die Bundesministerin a.D. Heidemarie Wieczorek-Zeul (Schulze-Delitzsch-Schule Wiesbaden am 05.06.2014)4 Patenschaften übernommen.
Die Schülerinnen und Schüler der Klasse G5b leisteten nicht nur Überzeugungsarbeit, indem sie in den Klassen und bei den Lehrern weit mehr als die notwendigen Unterschriften sammelten, sie bereiteten eine Gruppenaktion im März „Wir sind bunt und das ist gut so!“5 vor, schrieben im Vorfeld Briefe an ihren Paten und nun gestalteten sie die kleine Feier. Sie trugen die von 84% ihrer Mitschüler und Lehrer unterschriebene Selbstverpflichtung vor und verlasen die Grußworte der Bundeskoordination des Vereins Aktion Courage e.V. Frau Sanem Kleff.
Stephan Leyhe berichtete in seinen Grußworten in seiner ehemaligen Schule über die Bedeutung einer antirassistischen Haltung im Sport. Eindrucksvoll schilderte er die Vielfalt an Nationen bei Wettkämpfen und die für ihn daraus entstandenen Freundschaften in der ganzen Welt. Er freut sich, Pate für SOR-SMC an seiner ehemaligen Schule zu sein.
Der Schülersprecher Benjamin Lieser sprach ein deutliches Bekenntnis der SV zu verliehen Titel aus. „Wir haben den Titel erhalten, aber jetzt geht die Arbeit erst richtig los.“ Nicht nur die jährliche Aktion auch die Einstellung zu diskriminierenden Verhalten müsse in der Schule deutlich sein.
Mit den Anerkennung aussprechenden Worten des Gemeindevertreters Manfred Stremme, der auch Glückwünsche des Bürgermeisters Thomas Trachte überbrachte, endete die Feier in der Upandschule.

 

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