{"id":20947,"date":"2022-12-14T00:00:00","date_gmt":"2022-12-13T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/uplandschule.de\/?p=20947"},"modified":"2022-12-08T15:43:09","modified_gmt":"2022-12-08T14:43:09","slug":"rollentausch-mit-dem-geschichtslehrer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/uplandschule.de\/?p=20947","title":{"rendered":"Rollentausch mit dem Geschichtslehrer"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"article-subtitle ng-binding\" ng-bind-html=\"av.content.subtitle | trustAsHTML\"><em>15-j\u00e4hriger Schiedsrichter Max Wilke hat bereits 40 Saisonspiele gepfiffen<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"article-author ng-binding\" ng-bind-html=\"av.content.author | trustAsHTML\">VON REINHARD SCHMIDT<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"496\" src=\"https:\/\/uplandschule.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/max_wilke.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-20948\" srcset=\"https:\/\/uplandschule.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/max_wilke.jpg 700w, https:\/\/uplandschule.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/max_wilke-300x213.jpg 300w, https:\/\/uplandschule.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/max_wilke-150x106.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div class=\"av--wrapper\">\n<div class=\"av__content\" ng-swipe-left=\"swipeLeft()\" ng-swipe-right=\"swipeRight()\">\n<div class=\"av__container\">\n<div class=\"av__wrapper\">\n<div class=\"article-view-content\">\n<div class=\"article-content hyphenate\" id=\"avContent\" ng-style=\"{'font-size': ((zoom * 18) + 'px')}\">\n<div class=\"article-body ng-binding\" ng-bind-html=\"av.content.body | trustAsHTML\">\n<p><strong>WLZ, 08.12.2022<\/strong><em class=\"fett\">: Eimelrod<\/em><span>\u00a0<\/span>\u2013 Wenn ein Fu\u00dfballer sagt, er habe 40 Spiele bestritten, ist die Saison vorbei. Wenn der 15 Jahre alte Max Wilke das sagt, ist f\u00fcr ihn aber erst Halbzeit, Winterpause. Der Sch\u00fcler aus Eimelrod ist Schiedsrichter und er hat innerhalb von 16 Wochen 40 Fu\u00dfballspiele geleitet. Die Vierzig machte er in der vergangenen Woche beim C-Jugend-Kreisligaspiel TSV Korbach gegen den TuS Bad Arolsen voll.<br \/>\u201eIch hatte in dieser Saison h\u00e4ufig drei bis vier Spiele pro Woche, auch schon f\u00fcnf und dreimal eine Doppelbesetzung, das hei\u00dft, man muss an einem Tag zwei Spiele pfeifen\u201c, sagt Max, der f\u00fcr den SV Eimelrod die Pfeife in den Munde nimmt.<br \/>Und es gibt Tage, da ist es f\u00fcr ihn schwieriger die Fahrt zum Einsatzort zu organisieren als eine Abseitsentscheidung zu treffen. Er hat Chauffeure im Hintergrund. \u201eMeine Eltern fahren mich oft, wenn die nicht k\u00f6nnen, f\u00e4hrt meine Schwester und wenn mal gar nichts geht, gibt es ja noch das AST-Taxi, Bus und Bahn, die ich mit meiner Schulfahrkarte nutzen kann.\u201c Wenn alle mobilen M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Max ausfallen, um auf die Sportpl\u00e4tzen zu gelangen, kann er auch beim SV Eimelrod um motorisierte Hilfe bitten.<br \/>Max legte die Schiedsrichtpr\u00fcfung als Zw\u00f6lfj\u00e4hriger ab. In diesem Alter denkt doch jeder ans Fu\u00dfball spielen und nicht ans Fu\u00dfball pfeifen. \u201eIch finde Fu\u00dfball gut, aber ich habe schnell gemerkt, dass mir daf\u00fcr das Talent fehlt\u201c, erz\u00e4hlt Max, der rund eineinhalb Jahre als Bambini und F-Jugendlicher bei der JSG Upland dem Ball hinterhergelaufen ist. Danach entdeckte der Gymnasiast der Willinger Uplandschule das Skispringen f\u00fcr sich. Doch auch hier kam ihm vor einem Jahre die Selbsteinsicht, f\u00fcr weite Fl\u00fcge bin ich nicht gut genug. Zwei Freunde von Max best\u00e4rkten ihn darin, alles auf die Karte Schiedsrichter zu setzen. Paul und Max B\u00e4cker wohnen in Eimelrod und kicken f\u00fcr die JSG Twistesee in der B-Jugend. Das Trio setzte sich ein Ziel: Bei einem Spiel gemeinsam auf den Platz zu stehen. Dieser Wunsch ging in diesem Jahr bei einem Testspiel gegen Ederbergland in Erf\u00fcllung: \u201eEs war f\u00fcr uns drei schwer, dabei ernst zu bleiben.\u201c<br \/>Max pfeift auch schon Spiele der Senioren in den Kreisligen und ist Assistent an der Seitenlinie in der Gruppenliga oder in der Jugend-Hessenliga. Sein junges Einstiegsalter k\u00f6nnte ihm T\u00fcr und Tor \u00f6ffnen, um sp\u00e4ter auch h\u00f6herklassig zu pfeifen. Die Regionalliga peilt Max als Ziel an, noch weiter aufzusteigen, sei auch Gl\u00fccksache, meint er. Kann sich ein Schiedsrichter bis in die Profiligen hocharbeiten, wenn er selbst kein Fu\u00dfballer war? Max antwortet darauf mit einem klaren ja, weil er sich viele Spiele anschaue und das Regelwerk mittlerweile gut beherrsche.<br \/>\u201eIn meiner Anfangszeit habe ich einige Entscheidungen getroffen, die ein Schiedsrichter, der selbst Fu\u00dfball gespielt hat, anders getroffen h\u00e4tte, aber mittlerweile kriege ich das besser hin.\u201c Dem Einwand, dass Fu\u00dfball sehen und Fu\u00dfball spielen nicht dasselbe ist, muss er auf dem Platz immer wieder das Gegenteil beweisen.<br \/>Auch das Thema \u201eGewalt gegen Schiedsrichter\u201c bringt Max und die Pfeife nicht auseinander. \u201eK\u00f6rperliche Gewalt habe ich zum Gl\u00fcck noch nicht erlebt, aber verbale schon\u201c, sagt der 15-J\u00e4hrige. \u201eWenn man gleich von zehn Erwachsenen beleidigt wird, f\u00fchlt sich das nicht so sch\u00f6n an.\u201c Doch er hat schon gelernt, wie er darauf reagieren soll: \u201eAuf kein Gespr\u00e4ch einlassen, ignorieren.\u201c F\u00e4llt ihm diese Reaktion leicht? \u201eJa, das kann ich ganz gut, weil ich mir von ein paar wenigen Leuten nicht meinen Spa\u00df am Schiedsrichtersein verderben lassen will.\u201c<br \/>Max sp\u00fcrt manchmal durchaus auch eine Art Welpenschutz, der ihm noch entgegengebracht wird. S\u00e4tze wie \u201eer ist doch selbst noch ein Kind, lasst den mal in Ruhe\u201c h\u00f6rt er immer mal wieder. F\u00fcr Max ist es auch wichtig, dass es in schwierigen Situationen Menschen gibt, die hinter ihm stehen. \u201eAls ich einmal beleidigt wurde, kam ein Trainer zu mir und sagte, ich soll es nicht pers\u00f6nlich nehmen. Das hilft einem.\u201c<br \/>Der Schiri w\u00fcnscht sich allgemein eine bessere Betreuung von den Vereinen. Er f\u00e4nde es schon gut, wenn zumindest etwas zu Trinken in der Kabine stehen w\u00fcrde und er nicht einer Flasche Wasser hinterherlaufen m\u00fcsste. Oft werde man als Schiedsrichter auch nicht begr\u00fc\u00dft oder m\u00fcsse sich selbst seine Kabine suchen \u201eAuch duschen ist nicht \u00fcberall m\u00f6glich.\u201c<br \/>Die sch\u00f6nen Momente w\u00fcrden aber deutlich \u00fcberwiegen, betont Max und er erinnert sich gern an den 18. September. Vor der Partie SG Neudorf\/H.\/H. II gegen die SG Eppe\/N. II war er etwas nerv\u00f6ser als vor den anderen 39 Spielen. \u201eIch habe hier meinen Geschichtslehrer Steffen Wenig gepfiffen und ich musste ihm sogar die Gelbe Karte zeigen.\u201c So konnte Max seinem Lehrer auch mal etwas zeigen. Er habe die Karte wortlos hingenommen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>15-j\u00e4hriger Schiedsrichter Max Wilke hat bereits 40 Saisonspiele gepfiffen VON REINHARD SCHMIDT WLZ, 08.12.2022: Eimelrod\u00a0\u2013 Wenn ein Fu\u00dfballer sagt, er habe 40 Spiele bestritten, ist die Saison vorbei. Wenn der 15 Jahre alte Max Wilke das sagt, ist f\u00fcr ihn aber erst Halbzeit, Winterpause. 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