{"id":17213,"date":"2021-03-19T00:00:14","date_gmt":"2021-03-18T23:00:14","guid":{"rendered":"https:\/\/uplandschule.de\/?p=17213"},"modified":"2021-03-13T08:14:04","modified_gmt":"2021-03-13T07:14:04","slug":"das-gefuehl-ein-bisschen-zu-fliegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/uplandschule.de\/?p=17213","title":{"rendered":"\u201eDas Gef\u00fchl, ein bisschen zu fliegen\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Mit Robin Klo\u00df w\u00e4chst beim SC Willingen ein neues Skisprung-Talent heran<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>VON DIRK SCH\u00c4FER<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/mobile-wlz.s4p-iapps.com\/pdf\/published\/company\/217\/pdfplace\/2731\/richmedia\/926851\/25\/image\/thumb\/c8b2e875-2f94-4dde-8dae-8cddfcde67d7.jpg\" alt=\"\"\/><figcaption> Flog schon \u00fcber 130 Meter weit: Skispringer Robin Klo\u00df vom SC Willingen. Fotos: pr <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>WLZ, 09.03.2021<\/strong><em>: Usseln&nbsp;<\/em>\u2013 Mutter und Sohn wissen noch genau wie es angefangen hat. \u201eEr kam nach Hause und hat gesagt: Mama, du kannst mich beim Fu\u00dfball abmelden. Ich mache jetzt Skispringen.\u201c \u201eEr\u201c hei\u00dft Robin Klo\u00df und war damals f\u00fcnf Jahre alt. Und er war gerade vom Training der Skispringer nach Hause nach Usseln gekommen. \u201eMein Opa hat gefragt, ob er mich mal mitnehmen soll zum Zuschauen. Ich war vom ersten Tag an begeistert\u201c, erinnert sich der Steppke von damals, der heute 15 und gerade im Begriff ist, Deutschland bester Skispringer im Jahrgang 2005 zu werden.<br>Am Orenberg, wo so manche Upl\u00e4nder Skisprungkarriere ihren Anfang nahm, machte auch Robin Klo\u00df die ersten Schritte; oder H\u00fcpfer besser gesagt. \u201eDass er diesen Sport so lange machen wird und so gut, h\u00e4tten wir damals nicht gedacht\u201c, blickt Susan Klo\u00df zur\u00fcck. Am Anfang, sagt die Springermutter, sei es manchmal ein komisches Gef\u00fchl gewesen, den Junior beim \u201eLuftsport\u201c zu sehen. \u201eAber der J\u00f6rg Pietschmann macht das so gut, dass die Kinder, glaube ich, \u00fcberhaupt keine Angst versp\u00fcren\u201c, lobt sie die Arbeit des Willinger Trainers und seiner \u201eguten Truppe\u201c.<br>Drei- bis viermal in der Woche trainiert Robin Klo\u00df bei Pietschmann in Willingen; am sp\u00e4ten Nachmittag. Vormittags dr\u00fcckt das Sprungtalent die Schulbank an der Uplandschule als Eliteschule des Sports. \u201eEs l\u00e4uft ganz gut\u201c, sagt Robin mit Blick auf den Spagat zwischen Schule und Sport.<br>Wenn er im Sommer Lehrg\u00e4nge mit dem Nachwuchskader hat oder an Wochenenden fr\u00fcher zu Wettk\u00e4mpfen auf Reisen geht, muss er den Schulstoff freilich nachholen \u2013 Leistungssportler kannten Home-Schooling schon vor Corona.<br>Die Pandemie kennen sie erst seit der Saisonvorbereitung 2020. Sie hat bei der Jugend wie bei den Gro\u00dfen besondere Konzepte f\u00fcrs Training und die Wettk\u00e4mpfe n\u00f6tig gemacht. Aber sie hat die Saison nicht so durcheinandergewirbelt wie f\u00fcr die jungen Skispringer im Continental- oder Fis-Cup, die unter zahlreichen Absagen zu leiden hatten. \u201eEs gab keine Unterbrechung in dieser Wintersaison\u201c, sagt Robin.<br>Acht Wochenenden Deutschland-Pokal gingen wie geplant \u00fcber die B\u00fchne; allein vier in Oberhof, woauch das Finale am vergangenen Wochenende stattfand. Hinzu kamen offizielle Sichtungs-Wettk\u00e4mpfe des DSV und zwei Eins\u00e4tze im Alpencup, wo Robin Klo\u00df der j\u00fcngste Springer war. \u201eDa merkst du schon Unterschiede zum Deutschlandpokal; allein, weil einige Luken tiefer gesprungen wird\u201c, so die Erfahrungen des Upl\u00e4nders. Das muss ihn nicht k\u00fcmmern; die Konkurrenz ist international und bis zu f\u00fcnf Jahre \u00e4lter. Bei den Gleichaltrigen in Deutschland zeigte Robin Klo\u00df der Konkurrenz hingegen Grenzen auf und darf sich in K\u00fcrze als Gesamtsieger feiern (siehe Hintergrund).<br>Ausgangslage und Realit\u00e4t zeigen die sportliche Entwicklung des 15-J\u00e4hrigen auf: \u201eIch hatte mir vorgenommen, unter die Top sechs zu kommen. Schon nach den ersten zwei Wettk\u00e4mpfen habe ich aber gemerkt, dass es f\u00fcr das Podest reicht\u201c, blickt Robin zur\u00fcck auf den Deutschlandpokal. Dort wird meist auf K90-Schanzen gesprungen, die man bei den Erwachsenen als \u201eNormalschanzen\u201c kennt. Gr\u00f6\u00dfere Kaliber beherrscht Robin aber durchaus auch. Seinen Traum vom Riesensatz auf der gr\u00f6\u00dften Gro\u00dfschanze der Welt hat er sich bereits erf\u00fcllt. 134 Meter segelte er in Willingen ins Strycktal hinunter. \u201eUnbeschreiblich.\u201c<br>\u00dcberhaupt diese Fliegerei. Sie hat es Robin angetan. \u201eDas Gef\u00fchl, frei in der Luft so ein bisschen zu fliegen\u201c macht f\u00fcr den 15-J\u00e4hrigen den Reiz aus am Skispringen, das sein gr\u00f6\u00dftes Hobby ist neben Skifahren und \u201eein bisschen Kicken im Garten mit meinem Bruder\u201c. Er m\u00f6ge diese Leichtigkeit, sagt Robin \u2013 wobei er es sich oft selbst nicht leicht macht. \u201eIch bin im Probesprung meistens nicht allzu gut, aber kann mich im Wettkampf dann auch mal um f\u00fcnf oder zehn Metern steigern\u201c, gibt er zu.<br>Dieses \u201eReinarbeiten\u201c in ein Wettkampfwochenende hat er durchaus gemeinsam mit Stephan Leyhe. Nach dem muss man einen Skispringer aus dem Upland einfach fragen. Von solch einer Karriere wie Leyhe tr\u00e4ume er auch, verr\u00e4t Robin, der den Team-Weltmeister hin und wieder trifft. \u201eStephan schaut immer mal bei unserem Training vorbei und gibt Tipps.\u201c<br>Aber sch\u00f6n der Reihe nach: Erstmal hei\u00dft das Ziel \u201edie Saison gut zu Ende springen\u201c. Denn mit der deutschen Meisterschaft ab 19. M\u00e4rz steht noch ein Highlight an, zumal die Ergebnisse auch noch f\u00fcr den Deutschlandpokal z\u00e4hlen. Robin Klo\u00df hofft, dass das Wetter in Oberwiesenthal eine Austragung zul\u00e4sst. Und dass er dann nach Hause kommt und sagt: \u201eMama, du kannst mir gratulieren.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sieg im Deutschlandpokal ist Robin Klo\u00df nicht mehr zu nehmen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es ist seine erste \u201erichtige\u201c Saison im Deutschlandpokal: Robin Klo\u00df wurde im vorigen Winter als Sch\u00fcler zweimal eingesetzt, seit September 2020 ist er durchg\u00e4ngig am Start. Und die Premierensaison l\u00e4uft unerwartet stark. Schon zum Auftakt in Berchtesgaden, wo unter anderem sein ab und zu als Kampfrichter t\u00e4tiger Vater Christian die Spr\u00fcnge bewertete, wurde der Usselner Zweiter und Dritter in seiner Altersklasse J 16. Sieg und Silberrang: So wie in Seefeld lautete die Bilanz auch noch zwei weitere Male, ehe Anfang Februar beim zweiten Stopp in Oberhof das Topergebnis heraussprang: zwei Siege. Robin sprang am ersten Tag als einziger zweimal \u00fcber 100 Meter, obwohl die Konkurrenten drei Luken weiter oben losfuhren. Zuletzt ging\u2019s noch zweimal nach Oberhof, nach Platz zwei Ende Februar wurde der Usselner vorgestern F\u00fcnfter \u2013 was er verkraften kann. Denn: Ber\u00fccksichtigt man, dass jeder Athlet auch noch zwei Streichergebnisse hat, ist Robin der Gesamtsieg im Deutschlandpokal eigentlich kaum noch zu nehmen. Mit 552 Punkten liegt er deutlich vor Julian Fussi (SC Ruhpolding, 444). 50 Punkte gibt es pro Sieg. <em>sch <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit Robin Klo\u00df w\u00e4chst beim SC Willingen ein neues Skisprung-Talent heran VON DIRK SCH\u00c4FER WLZ, 09.03.2021: Usseln&nbsp;\u2013 Mutter und Sohn wissen noch genau wie es angefangen hat. \u201eEr kam nach Hause und hat gesagt: Mama, du kannst mich beim Fu\u00dfball abmelden. 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