{"id":12377,"date":"2017-06-28T13:09:02","date_gmt":"2017-06-28T11:09:02","guid":{"rendered":"http:\/\/uplandschule.de\/?p=12377"},"modified":"2017-06-28T13:09:02","modified_gmt":"2017-06-28T11:09:02","slug":"ex-uplandschueler-als-dsv-mannschaftsarzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/uplandschule.de\/?p=12377","title":{"rendered":"Ex-Uplandsch\u00fcler als DSV-Mannschaftsarzt"},"content":{"rendered":"<div class=\"csc-header csc-header-n1\">\n<h1 class=\"csc-firstHeader\">\u201eWillingen, das ist ein bisschen Heimatgef\u00fchl&#8220;<\/h1>\n<\/div>\n<div class=\"csc-textpic csc-textpic-intext-right\">\n<div class=\"csc-textpic-imagewrap\">\n<dl class=\"csc-textpic-image csc-textpic-firstcol csc-textpic-lastcol\">\n<dt>\n<p><div style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/uplandschule.de\/typo3temp\/pics\/dcfc2a8de0.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/uplandschule.de\/typo3temp\/pics\/fb04127e41.jpg\" width=\"300\" height=\"200\" border=\"0\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">DSV-Mannschaftsarzt Dr. Christof R\u00fchl (links) und sein Sch\u00fctzling, Olympiasieger Stephan Hocke, verbindet nicht nur der Beruf, sondern auch die Leidenschaft f\u00fcrs Skispringen. Die M\u00fchlenkopfschanze kennen beide aus dem FF. Der Mediziner, der in Wetzlar aufwuchs und 1989 in Willingen sein Abitur ablegte, ist seit mehr als 20 Jahren in unterschiedlichsten Funktionen bei den Skispringen im Strycktal dabei.<\/p><\/div><\/dt>\n<\/dl>\n<\/div>\n<div class=\"csc-textpic-text\">\n<p class=\"bodytext\"><strong>Dr. Christof R\u00fchl fehlt bei keinem Springen am M\u00fchlenkopf<\/strong><\/p>\n<p><strong>Von Natalie Volkenrath<\/strong><br \/>\n<strong>WILLINGEN.<\/strong> Als sich der Mann mit dem schwarzen Arztkoffer im Gep\u00e4ck am Freitag auf den Weg zum Auslauf der M\u00fchlenkopfschanze macht, sind die Augen der Weltcup-Besucher auf ihn gerichtet. Dr. Christof R\u00fchl, Mannschaftsarzt der deutschen Skispringer, ist f\u00fcr eingefleischte Skisprungfans kein Unbekannter. Der Mediziner genie\u00dft die Atmosph\u00e4re. \u201eWillingen, das ist ein bisschen Heimatgef\u00fchl\u201c, betont R\u00fchl, den mit dem Upland weitaus mehr verbindet als sein Beruf.<br \/>\nOb als Sch\u00fcler des Ski-Internats, Vorspringer oder Mitglied des Tretkommandos \u2013 der leidenschaftliche Wintersportler, der selbst noch gern ab und zu \u00fcber den Bakken geht, ist seit \u00fcber 20 Jahren bei allen Skisprung-Veranstaltungen im Strycktal mit von der Partie. \u201eIch glaube, es ist mir noch nie passiert, als Zuschauer hier zu sein\u201c, l\u00e4chelt der geb\u00fcrtige Wetzlarer, der inzwischen in K\u00f6ln zu Hause ist.<br \/>\nWie ein Mittelhesse zum Skispringen kommt \u2013 f\u00fcr R\u00fchl ganz einfach: \u201eWenn wir im Winterurlaub waren, fand ich es immer schon am Sch\u00f6nsten, \u00fcber Buckel zu springen\u201c, denkt er an seine sportlichen Wurzeln zur\u00fcck. \u201eMein Vater war dann so lieb, mich zu unterst\u00fctzen und hat mich zum Training an die Mattenschanze nach Hartenrod bei Marburg gefahren.\u201c<br \/>\nDer 12-J\u00e4hrige macht sich gut. Der Titel des hessischen Sch\u00fclermeisters ist ihm aber nicht genug, sodass er 1986 auf das einzige Ski-Internat des Landes in Willingen wechselt. Fortan dr\u00fcckt R\u00fchl gemeinsam mit der sp\u00e4teren Biathlonweltmeisterin Petra Behle die Schulbank. \u201eIch habe sofort Anschluss gefunden\u201c, berichtet der 38-J\u00e4hrige und freut sich, als ihm einer der unz\u00e4hligen Weltcup-Helfer freundschaftlich auf die Schulter klopft.<br \/>\n1989 legt Christof R\u00fchl an der Uplandschule sein Abitur ab, studiert von 1990 bis 1997 Medizin in Regensburg und M\u00fcnchen. An Krankenh\u00e4usern in Bayern, Niedersachsen, Berlin und Sachsen wird er zum Facharzt f\u00fcr Allgemeinmedizin, Chirotherapie \u2013 die Beweglichkeit von Gelenken steht im Mittelpunkt \u2013 und Sportmedizin ausgebildet. Gemeinsam mit einem Kollegen er\u00f6ffnet er 2006 in Bergisch-Gladbach eine eigene Praxis.<br \/>\nIm gleichen Jahr wird R\u00fchl Betreuer der deutschen Springer. \u201eIch habe einfach bei Mannschaftsarzt Dr. Ernst Jakob angerufen und ihn gefragt, ob es aufgrund meiner Spezialisierungen sinnvoll w\u00e4re, dass ich das Team unterst\u00fctze. Seitdem arbeiten wir zusammen\u201c, erl\u00e4utert der Mediziner, der w\u00e4hrend Wettkampf und Regeneration, aber auch das ganze Jahr \u00fcber f\u00fcr die Aktiven zur Stelle ist. So begleitet der K\u00f6lner die Mannschaft in dieser Wintersaison bei den Wettkampfh\u00f6hepunkten, zum Beispiel bei der Vierschanzentournee, der bevorstehenden Skiflug-Weltmeisterschaft in Oberstdorf und eben beim Weltcup in Willingen. \u201eF\u00fcr mich ist das ein angenehmes Ma\u00df, weil ich nicht an jedem Wochenende unterwegs bin\u201c, ist R\u00fchl zufrieden. \u201eSchade ist nur, wenn ich daheim vor dem Fernseher sitze und das Gef\u00fchl habe, jetzt k\u00f6nnte ich die Athleten unterst\u00fctzen.\u201c<br \/>\nTrotz aller beruflichen Herausforderungen \u2013 die Leidenschaft f\u00fcrs Skispringen treibt R\u00fchl bis heute nicht nur an, sondern auch auf die Schanzen. \u201eMeinen letzten Sprung habe ich vergangene Woche in Meinerzhagen gemacht\u201c, beschreibt er seine \u201eSkisprungsucht\u201c mit Begeisterung: \u201eWenn ein Sprung gut funktioniert, sp\u00fcre ich im Flug ein ganz positives Gef\u00fchl, das zwei Wochen lang anh\u00e4lt. Noch Besser ist aber, dass es beim Skispringen zu keiner Abh\u00e4ngigkeit kommt, denn bei einem schlechten Sprung f\u00fchle ich mich eine Woche lang mies.\u201c<br \/>\nAn zwei seiner guten Tage erinnert sich R\u00fchl dabei besonders gern: 2004 sichert er sich in Reit im Winkl den Senioren-Weltmeister-Titel. \u201eSportlich gesehen ist ein Wettbewerb auf einer 18-Meter-Schanze wohl eher peinlich, aber es ist ein riesiger Spa\u00df, so einen Titel zu haben\u201c. Einen weiteren sportlichen Erfolg verbucht der Athlet des WSV Rastb\u00fcchl \u2013 f\u00fcr den bayerischen Verein geht auch Michael Uhrmann an den Start \u2013 2007 beim \u201eOrenberg-Cup\u201c in seiner alten Heimat Willingen. \u201eDort bin ich Zweitletzter geworden. Das war super, denn in den letzten zehn Jahren bin ich immer nur Letzter geworden\u201c, l\u00e4chelt der Mann, dessen lockere Spr\u00fcche im Upland bestens bekannt sind.<br \/>\nUnd so ist Christof R\u00fchl beim Skispringen im Strycktal auch immer gern gesehen \u2013 ob als Mitglied des Tretkommandos unter Regie seines Freundes J\u00f6rn Kesper, als Vorspringer oder wie an diesem Wochenende als DSV-Arzt. \u201eIch wei\u00df gar nicht mehr, wie oft ich hier Vorspringer war, aber vor f\u00fcnf Jahren bin ich das letzte Mal mit einer Helmkamera \u00fcber den Bakken gegangen\u201c, l\u00e4sst R\u00fchl den Blick \u00fcber den Hang der M\u00fchlenkopfschanze schweifen \u2013 verbunden mit der Hoffnung, selbst noch einmal \u00fcber die gr\u00f6\u00dfte Gro\u00dfschanze der Welt gehen zu k\u00f6nnen.<br \/>\nBis er seinen Arztkoffer gegen die Sprungski eintauschen kann, gibt es allerdings noch einiges zu tun: Schlie\u00dflich schw\u00f6ren die Athleten bei Vor- und Nachbereitung auf seine Kenntnisse in Akupunktur und Osteopathie: \u201eIhnen stehen damit zwei v\u00f6llig medikamentenfreie Behandlungsm\u00f6glichkeiten zur Verf\u00fcgung, die sie gern nutzen\u201c, erkl\u00e4rt der Experte und f\u00fcgt mit einem Augenzwinkern hinzu: \u201eDie Nadeln m\u00f6gen die meisten allerdings nicht besonders.\u201c Nur gut also, dass kleine Sticheleien bei den deutschen Adlern auf Gegenseitigkeit beruhen: \u201eIch denke, die Aktiven schmunzeln \u00fcber mich, wenn ich die Ski unterschnalle.&#8220;<\/p>\n<p class=\"bodytext\">(Waldeckische Landeszeitung vom 18. Februar 2008)<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eWillingen, das ist ein bisschen Heimatgef\u00fchl&#8220; Dr. Christof R\u00fchl fehlt bei keinem Springen am M\u00fchlenkopf Von Natalie Volkenrath WILLINGEN. Als sich der Mann mit dem schwarzen Arztkoffer im Gep\u00e4ck am Freitag auf den Weg zum Auslauf der M\u00fchlenkopfschanze macht, sind die Augen der Weltcup-Besucher auf ihn gerichtet. 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